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„Rock Antenne“ entfernt Marilyn-Manson-Songs aus dem Programm

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Am Montag, den 01. Februar 2021 teilte die Schauspielerin Evan Rachel Wood ein öffentliches Statement auf Instagram, in dem sie schwere Vorwürfe gegen ihren Exfreund Marilyn Manson erhebt. In dem Post heißt es: „Der Name des Mannes, der mich missbrauchte, ist Brian Warner, der Welt auch als Marilyn Manson bekannt. Er fing an, mich zu groomen, als ich ein Teenager war und missbrauchte mich jahrelang auf schreckliche Weise. Ich wurde einer Gehirnwäsche unterzogen und zur Unterwerfung manipuliert.“ Sie sei es leid, „in Angst vor Vergeltung, Verleumdung oder Erpressung zu leben“, so Wood. Kurz nach ihrem Statement haben sich auch vier weitere Frauen an die Öffentlichkeit gewandt und ihre Missbrauchserfahrungen mit Manson geteilt. Daraufhin erklärte Mansons Label Loma Vista Recordings, das aktuelle Album des Künstlers nicht länger promoten und auch in Zukunft nicht mehr mit ihm arbeiten zu wollen.

 

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Nun haben auch Radiosender begonnen, sich von dem Musiker öffentlich zu distanzieren – darunter auch das „Rock Antenne“-Netzwerk, zu dem „Rock Antenne“, „Rock Antenne Hamburg“ und „Rock Antenne Österreich“ gehört. Der Radiosender schreibt in einer Pressemitteilung: „Nach Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe gegen Marilyn Manson, reagiert das ROCK ANTENNE Netzwerk und verbannt vorerst alle Manson-Songs aus dem Programm.“ Guy Fränkel – der Geschäftsführer des Radio-Netzwerks – sagt zu den Anschuldigungen: „Solange die Missbrauchsvorwürfe im Raum stehen, werden wir alle Songs des US-Rockers aus dem Programm nehmen. Dabei machen wir auch bei den aktuell laufenden, jährlichen Hörer-Charts der 666 besten Rocksongs, die mithilfe eines Online-Votings von unseren Hörern festgelegt wurden, keine Ausnahme und werden auf die Ausstrahlung aller weiteren drei Manson-Titel verzichten.“ Er fügt hinzu: „Generell lehnen wir jede Art von Gewalt gegen Frauen ab.“

Nach Evan Rachel Woods Statement auf Instagram, traten auch vier weitere Frauen mit ihren Missbrauchsvorwürfen an die Öffentlichkeit. So erzählt das Model Sarah McNeilly über ihre Erfahrungen mit Manson: „Ich wurde weggesperrt, wenn ich ,böse‘ war, manchmal musste ich zuhören, wenn er andere Frauen bei sich hatte. Ich wurde von bestimmten Freunden ferngehalten und wenn ich mich widersetzte, drohte er damit, ihnen etwas anzutun. Mir wurden Geschichten von anderen erzählt, die ihre Erlebnisse schildern wollten und ihre Haustiere waren dann tot. Mir war es nicht erlaubt, zu anderen Künstlern zu gehen, die mit ihm am gleichen Ort arbeiteten.“

Nun hat sich auch Manson selbst zu den Anschuldigungen geäußert. In dem kurzen Text auf Instagram heißt es: „Es ist offensichtlich, dass meine Kunst und mein Leben schon länger Kontroversen anziehen, aber die jüngsten Behauptungen über mich sind eine fürchterliche Verzerrung der Realität. Meine intimen Beziehungen waren immer komplett einvernehmlich und fanden mit gleichgesinnten Partnern statt. Ungeachtet dessen, wie – und warum – andere sich nun dazu entscheiden, die Vergangenheit falsch darzustellen, ist das die Wahrheit.“

 

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+++Dieser Artikel erschien ursprünglich auf rollingstone.de +++


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