Kein Wildcamping mehr: Rock im Park kämpft gegen Lärm und Chaos
Lärm, Dreck und Chaos – gehört das nicht irgendwie zum Rock’n’Roll dazu? Die Stadt Nürnberg sieht das etwas anders und hat konkrete Vorstellungen, wie auch ein großes Rock-Festival wie Rock im Park geordnet ablaufen kann – mit neuen und alten Regeln.
Beschwerdepunkt eins: Lärm
Darf der Bass jetzt nur noch auf halber Lautstärke dröhnen? Natürlich nicht. Es ist gang und gäbe, dass bei Open-Air-Festivals wie Rock im Park bestimmte Lautstärke-Obergrenzen gelten. Ein Sachverständiger auf Seiten des Festivals übermittelt die gemessenen Werte regelmäßig ans Ordnungsamt. Bei zu lauten Frequenzen muss der Veranstalter runterdrehn. Am Ende des Wochenendes liegt dann eine detaillierte Übersicht über die Lautstärkewerte des Festivals vor.
Um Anwohner:innen trotz der Deckelung weiterhin ein offenes Ohr zu schenken, gibt es außerdem eine Beschwerde-Hotline. Windrichtung und Wetterumstände können die Lautstärkewahrnehmung anfachen. Nürnberger:innen dürfen sich also weiterhin beim Ordnungsamt melden – unter 0911/8186-174.
Beschwerdepunkt zwei: Dreck
Das Beschwerdetelefon ist nicht nur für Lärmklagen gedacht. Auch andere Probleme können dort gemeldet werden – etwa das Thema Müll und Wildcamping. Auf den Veranstaltungsflächen wird der hinterlassene Abfall von Festival-Verantwortlichen ordentlich weggeräumt. Doch irreguläre Festivalbesucher:innen wurden in den vergangenen Jahren zunehmend zum Problem. Statt auf den vorgesehenen Flächen innerhalb des Geländes wurde auf öffentlichen Wiesen und Parkplätzen gecampt – Zelt aufgestellt, Camper abgestellt, fertig. Der liegengebliebene Müll, teils laute Partymusik und Wildpinkeln wurden so zum Ärgernis für Anwohner:innen. All diese Beschwerden können nun direkt an die Hotline weitergegeben werden.
Zusätzlich gilt ein ausdrückliches Campingverbot auf öffentlichen Flächen rund um das Festival am Dutzendteich: keine Zelte, keine Wohnwagen, keine Grills, keine Feuerstellen. Das Verbot gilt ab Donnerstag, dem 4. Juni um 0 Uhr bis Montag, 8. Juni um 24 Uhr. Wer trotzdem campt und auf Anweisung der zuständigen Behörden sein Zelt nicht sofort abbaut, muss mit der kostenpflichtigen Entfernung des Camping-Equipments und mit Geldstrafen rechnen. Sinnvoller ist es, die festivaleigenen Campingplätze oder die speziell ausgewiesenen Camping- und Wohnmobilflächen zu nutzen.
Feiern ohne Chaos
Die Stadt Nürnberg hat also sehr konkrete Maßnahmen entwickelt, um das Rock-Chaos einzudämmen. Denn Feiern kann auch so funktionieren, dass andere sich nicht zu sehr gestört fühlen – und der Spaß daran für alle erhalten bleibt.





