Engel und Diktator: Schauspieler Bruno Ganz ist tot

Eigentlich sollte Bruno Ganz im Sommer 2018 bei den Salzburger Festspielen Teil einer neuen „Die Zauberflöte“-Inszenierung werden, doch bereits da rieten ihm Ärzte zur Absage, die Proben musste er abbrechen. Jetzt ist Bruno Ganz im Alter von 77 Jahren gestorben. Sein Management teilte dies am Samstagmorgen mit.

Der Schauspieler, 1941 in Zürich geboren und nun dort gestorben, war einer der bekanntesten und erfolgreichsten Schauspieler in Europa. Im deutschsprachigen Raum war er zweifelsohne einer der besten.

Seine erste Filmrolle hatte Bruno Ganz bereits 1960, mit 19 Jahren hatte er einen Kurzauftritt in Karl Suters „Der Herr mit der schwarzen Melone“. In den 60ern und 70ern war Ganz primär am Theater aktiv, ging nach Bremen und belebte in Berlin die Schaubühne.

Kooperation

Ganz‘ Fokus verschob sich Ende der 1970er mehr Richtung Film. Er spielte für Werner Herzog in „Nosferatu“, in „Der Marquise von O.“ und in Wim Wenders‘ „Der amerikanische Freund“ – 1977 war das, zehn Jahre später sollten Wenders und Ganz ein Drama drehen, das sich ins Gedächtnis der gesamten Filmwelt einbrennt.

In „Der Himmel über Berlin“ spielte Bruno Ganz für Wenders den Engel Damiel, der gemeinsam mit dem seinem Mistreiter Cassiel (Otto Sander) das Leben der Menschen im geteilten Berlin beobachtet. Ganz‘ Engel gibt schließlich seine Untersterblichkeit auf, um am Leben seiner Schützlinge teilzunehmen.

Bruno Ganz als Adolf Hitler.

Die Hauptrolle in „Der Himmel über Berlin“ ist nicht die einzige, für die Ganz weltweit bekannt ist. 2004 spielte er in Oliver Hirschbiegels „Der Untergang“ Adolf Hitler. Der Film, der die letzten Tage des Diktators zeigte, war natürlich auch umstritten. Die Leistung des Schweizers war es nicht.

Ganz wechselte scheinbar mühelos zwischen deutschsprachigem und internationalem Kino und Theater, spielte im „Tatort“ und in Stephen Daldrys „Der Vorleser“. Für Uli Edel in „Der Baader Meinhof Komplex“ und Ridley Scott in „The Counselor“.

Zuletzt gab Ganz den Siegmund Freud im Spielfilm „Der Trafikant“, zudem stand er noch einmal auf dem vielleicht wichtigsten roten Teppich der Welt und stellte in Cannes im Mai 2018 mit Lars von Trier den Thriller „The House that Jack Built“ vor.

Der verstorbene Künstler war seit 1996 Träger des Iffland-Rings, eine Auszeichnung auf Lebenszeit. Der einzigartige Ring wird von seinem Träger persönlich an einen Nachfolger vererbt und gehört laut Definition stets dem „jeweils bedeutendsten und würdigsten Bühnenkünstler des deutschsprachigen Theaters.“

Constantin

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