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Sexismus-Debatte: Billie Eilish löst mit Vogue-Fotos hitzige Diskussion aus

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Als Billie Eilish am vergangenen Sonntag (2. Mai) via Instagram eine Reihe neuer Fotos teilte, dauerte es nicht lange, bis auf den Sozialen Medien eine hitzige Diskussion über die Sexualisierung von Frauenkörpern entbrannte. Denn im Rahmen einer neuen Kampagne für die britische Vogue zeigte sich Billie Eilish nicht wie gewohnt im Baggy-Look, sondern in verschiedenen Vintage-Dessous.

Seit 2015 – also seit Beginn ihrer Karriere – entschied sich Billie Eilish dazu, öffentlich in ausschließlich weiten Baggy-Klamotten aufzutreten. Es war eine Entscheidung, die die junge Musikerin nach eigener Aussage bewusst traf, um sich so vor Sexualisierungen ihres Körpers zu schützen. So erklärte sie 2019 in einer Kampagne für Calvin Klein: „Ich möchte nicht, dass die Welt alles über mich weiß. Ich meine, deshalb trage ich große, weite Kleidung. Niemand kann eine Meinung haben, weil man nicht sieht, was darunter ist. Niemand kann sagen: Oh, sie ist schlank, sie hat einen flachen Arsch, sie hat einen fetten Arsch. Niemand kann so etwas sagen, weil sie es nicht wissen.“

Eilish wehrte sich mit Gedicht gegen Body-Shaming

Doch mit unangemessenen Spekulationen bezüglich ihres Körpers hatte Billie Eilish trotzdem jahrelang zu kämpfen. Zugespitzt hatte sich die Situation schließlich 2020, als Paparazzi-Fotos viral gingen, die sie im Bikini und einem engeren Top zeigten. Auf die darauffolgenden Beschimpfungen wehrte sich die 19-Jährige anschließend mit dem Spoken-Word-Gedicht „Not My Responsibility.“ Die Botschaft darin lautete: Die Meinungen anderer Menschen über ihren Körper lägen nicht in ihrer Verantwortung.

 

 

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Mit den neuen Dessous-Fotos zeigt Billie Eilish erneut entschlossen, dass sie die Kontrolle über ihren Körper und wie sie ihn präsentiert nicht abgibt. Gegenüber der Vogue kritisierte sie außerdem jene, die sie nur mit einem bedeckten Körper als körperpositive Ikone feiern. Ihre Forderung lautet demnach: „Entwerte mich nicht als Vorbild, nur weil du angetörnt von mir bist.“ Zudem stellte sie klar, dass sie mit ihrem bisherigen Baggy-Look kein Statement gegen weibliche Popstars setzen wollte, die sich freizügiger zeigen.

„Plötzlich bist du eine Heuchlerin, wenn du deine Haut zeigen willst.“

Weiter kritisierte sie die Sexualisierung von Frauenkörpern als ein allgemeines Problem: „Plötzlich bist du eine Heuchlerin, wenn du deine Haut zeigen willst, und du bist leicht zu haben, du bist eine Schlampe, eine Hure. Wenn das so ist, dann bin ich stolz drauf. Ich und alle Mädchen seien Huren, aber scheiß drauf. Lasst es uns umdrehen und daraus Stärke ziehen. Deinen Körper zu zeigen und deine Haut zu zeigen – oder nicht – sollte dir keinen Respekt nehmen.“

Kritiker*innen des Vogue-Shootings (die offenbar den Kern des dazu erschienenen Interviews nicht verstehen) beschuldigen Billie Eilish aktuell, dem Druck der Musikindustrie nicht standhalten zu können und sich deswegen nun selbst zu sexualisieren. Gegen solche Vorwürfe gehen in den Sozialen Medien nun auch ihre Fans vor. Seht weiter unten einen Ausschnitt der Diskussion.

+++ Dieser Artikel erschien zuerst auf rollingstone.de +++


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