Spiderz – Hamburg, Logo

Die müssen noch reichlich Kohlen drauflegen, um den Laden zum Kochen zu bringen“ – ein spontaner Eindruck nach den ersten Songs der Spiderz. Hamburgs Rockfans hatten mal wieder ihren Arsch in Ruhestellung geparkt. Eine schwere Aufgabe für die fünf Musiker aus Eindhoven.

Zum dritten Male gastierten die Spiderz in hanseatischen Gemäuern.

Nach ihrem punkigen Debüt im „Onkel Po“ und einer Anheizer-Aufgabe für Fischer Z in der Markthalle präsentierten sie diesmal endlich ein gut besuchtes eigenes Programm. Vom derben Punk-Muster aus den Debüt-Tagen als Flying Spiderz sind sie abgewichen, dafür stricken die fünf Rock-Spinnen heute lockere Melodie-Maschen. Mit Hilfe von Drummer Broer Bogart, Keyboarder Bart Brouwer und Bassist Marco Witte schießen die Original-Spiderz Koos Cornehssen und Guus Boers Rock und New-Wave-Fäden ineinander – poppig, erfrischend und explosiv. Wobei Gitarre und Keyboard, die Spannung und Energie zusammenhalten, immer wieder nach vorn treiben. Auffälligster Spieler: Gitarrist Koos Cornelissen. Er riß mit gekonnten, gezielten Soli die anderen aus der manchmal dahinplätschernden Verträumtheit. Besonders bei ruhigen Songs wie dem dekadenten „Party Lovers“ griff nämlich gähnende Langeweile um sich. Aber die Titel wie „The Test“, „Afterwards“, „Do You Feel The Pressure“ und das fetzende „S.O.S.“ schlugen Breschen in die gelähmte Atmosphäre, weil die Spiderz hier ihre Stärke demonstrierten: instrumentale Geschlossenheit. Da klebte keiner mehr am Stuhl – im Logo kochte es letztendlich doch noch.

Warum wird Iggy Pop nach Dekaden mit einigen Höhen und tiefsten Tälern jetzt verehrt und geliebt wie nie zuvor? Antwort liefert unsere Titelgeschichte über den „Godfather of Punk“. Dem Heft liegt exklusiv eine Vinyl-Single mit Live-Versionen von „The Passenger“ und „Lust For Life“ bei, festgehalten während des 2023er Konzerts beim Montreux Jazz Festival. Die MUSIKEXPRESS-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.