Quentin Tarantino kontert „Pulp Fiction“-Kritik mit bissigem Statement
Rosanna Arquette nennt „Pulp Fiction“ rassistisch & zieht damit den Zorn Quentin Tarantinos auf sich.
Kürzlich äußerte sich die Schauspielerin Rosanna Arquette über Quentin Tarantinos „Pulp Fiction“. Der Film gilt sowohl unter Kritiker:innen als auch unter Cineast:innen als eines der ganz großen Werke der Filmgeschichte – die Darstellerin hatte nun allerdings kritische Worte dafür übrig.
Im Kultfilm von 1994 spielte sie die Gaunerin Jody, im Jahr 2026 schießt sie nun gegen den Film. Mit einer Antwort ließ der Star-Regisseur nicht lange auf sich warten, diese fiel direkt und bissig aus.
„Das ist rassistisch“
In einem Interview mit „The Times“ sprach Arquette über „Pulp Fiction“ und sagte, dieser sei „ikonisch, ein großartiger Film in vielerlei Hinsicht. Aber persönlich habe ich genug vom Gebrauch des N-Wortes. Ich hasse es!“
Sie fügte hinzu: „Ich kann es nicht ertragen, dass er einen Freifahrtschein bekommen hat. Das ist keine Kunst, das ist einfach nur rassistisch und gruselig.“
Quentin Tarantino ist durch seine gesamte Filmografie hinweg dafür bekannt, in seinen Drehbüchern das N-Wort zu nutzen. In „Pulp Fiction“ kommt es etwa 20 Mal vor. In „Jackie Brown“ fällt es rund 30 Mal und in „Django Unchained“ sogar über 100 Mal.
Quentin Tarantino mit klarem Statement zur Kritik
Dass der Kultregisseur immer wieder bei Kolleg:innen in Hollywood aneckt – sei es als Ziel von Kritik oder als Kritiker selbst – ist bekannt. Auch die Kritik an dem Film, der ihm damals die Goldene Palme in Cannes einbrachte, ließ er nicht auf sich sitzen und antwortete in einem öffentlichen Brief.
In diesem schrieb er: „Ich hoffe, die Publicity, die du durch 132 verschiedene Medien erhältst, die deinen Namen schreiben und dein Bild drucken, war es wert, mich und einen Film zu missachten, an dem du, wie ich mich noch gut erinnere, mit Begeisterung mitgewirkt hast?“, schrieb er in einer Erklärung, die „Deadline“ vorliegt.
„Aber nachdem ich dir einen Job gegeben habe und du das Geld genommen hast, um ihn aus, wie ich vermute, sehr zynischen Gründen zu ruinieren, zeugt das von einem deutlichen Mangel an Klasse und nicht zuletzt an Ehre.“
Ein Statement von Rosanna Arquette steht aktuell noch aus.
Kritik in der Vergangenheit
Die „Pulp Fiction“-Darstellerin war nicht die einzige, die sich zur häufigen Verwendung des N-Wortes in Quentin-Tarantino-Filmen äußerte. In der Vergangenheit hatten sich bereits andere Filmschaffende kritisch dazu geäußert. So hatte Regisseur Spike Lee im Jahr 1997 folgendes dazu zu sagen: „Ich habe nichts gegen dieses Wort und benutze es auch, aber nicht übermäßig. Und manche Leute sprechen nun einmal so. Aber Quentin ist von diesem Wort geradezu besessen. Was will er damit erreichen – zum Ehren-Schwarzen ernannt werden?“
Auch der Filmemacher Lee Daniels hatte sich in der jüngeren Vergangenheit kritisch gegenüber dem „Kill Bill“-Regisseur geäußert. Dies hing besonders mit einer Aussage zusammen, die Tarantino in Richtung seines Publikums äußerte: Wenn dieses ein Problem mit seinen kreativen Entscheidungen habe, solle es einfach „etwas anderes schauen“. Lee Daniels bezeichnete diese Aussage als „die nicht richtige Antwort“. Die Kritik äußerte Lee Daniels damals gegenüber „CNN“.





