„The Christmas Chronicles 2” bei Netflix: Ein harmloser Weihnachtsspaß

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Es hätte ein entspanntes Weihnachtsfest werden können: Unmengen Süßkram, heiße Schokolade und überladene Deko im Vorgarten. Doch für Kate (Darby Camp) fällt die ur-amerikanische Tradition in diesem Jahr aus. Stattdessen verbringt sie mit ihrer Mutter Claire (Kimberly Williams-Paisley) und deren neuem Freund Bob (Tyrese Gibson) die Feiertage im sonnigen Cancún. Aber ihr Herzenswunsch eines traditionellen Weihnachten soll nicht lange unerfüllt bleiben. Dank des zufällig anwesenden Elfs Belsnickel geht es ab zum Nordpol, der Kate und Jack (Jahzir Bruno), Bobs Sohn, direkt in die Werkstatt des Weihnachtsmannes führt. Was nach netter Geste aussieht, ist eigentlich der Auftakt eines kriegerischen Angriffs. Und schon ist das Fest wieder in Gefahr.

Weihnachten mit den „Gremlins“

„The Christmas Chronicles 2“ mit Kurt Russell und Goldie Hawn | Offizieller Trailer | Netflix auf YouTube ansehen

Fairnesshalber muss vorweg gesagt werden: Ernstnehmen darf man den neuen Netflix-Film „The Christmas Chronicles 2“ zu keiner Zeit. Der harmlose Weihnachtsspaß reiht sich nahtlos in die  Tradition des Streaminganbieters ein, in der Adventszeit mit zuckersüßen Neuerscheinungen die Kanäle zu fluten. Im Gegensatz zu Stories um Weihnachtsprinzessinnen oder Bäckereien, in denen Liebe die wichtigste Zutat ist, besinnt sich „The Christmas Chronicles 2“ auf die guten alten Werte von Weihnachten: Die Magie einer Saison, in der träumen noch erlaubt ist.

Neu in der formelhaften Mixtur für Weihnachtsfilme sind die Rückblicke auf die historische Herkunft von Santa sowie der kurze Anflug von wildgewordenen Elfen, die als terrorwütige Mini-Gremlins den Nordpol in Schutt und Asche legen. Wer sich dabei an den gleichnamigen Film aus dem Jahr 1984 erinnert fühlt, liegt nicht verkehrt. Regisseur und Autor Chris Columbus, der sich für „The Christmas Chronicles 2“ verantwortlich zeigt, schrieb das Drehbuch zu dem damaligen Familienhorror.

Lernkurve nach Schema F

Die Filmhistorie von Chris Columbus beweist, dass die Wahl des Regisseurs nicht passender hätte ausfallen können: „Kevin – Allein zu Haus“, „Kevin – Allein in New York“, „Mrs. Doubtfire“ oder die ersten Teile der „Harry Potter“-Reihe machen Chris Columbus zum Fachmann für familienfreundliche Stoffe. Es verwundert auch nicht, dass sich in seinem Weihnachtsbeitrag alles auf die Entwicklung von Kate fokussiert. Jammert sie zu Beginn des Filmes noch über „First World“-Probleme, ihren Winter am Strand verbringen zu müssen, herrscht am Ende Dankbarkeit für ihr wunderbares Leben. Die klassische Lernkurve, die sich als roter Faden durch den Film zieht und von der Schlacht um den Nordpol begleitet wird. Spannend ist das nur bedingt, aber mit Glühwein in der Hand immerhin halbwegs unterhaltsam.

Hollywoodpaar als Mr. & Mrs. Clause

Grund für die Kurzweiligkeit der Winterberieselung ist allen voran Kurt Russell, der sich als sympathisch polternder Weihnachtsmann schon im ersten Teil als gute Besetzung erwies. Als moderner Vertreter seiner Art pfeift er auf Traditionen, setzt auf Hightech-Gadgets und zwinkert sich mit viel Charme in die Herzen der Zuschauer*innen. Im Film gehört sein Herz jedoch der einzig wahren Mrs. Clause, die von Goldie Hawn verkörpert wird. Dass Hawn und Russell zu den Hollywoodpaaren zählen, die seit mehr als 35 Jahren auch im wahren Leben liiert sind, ist dem Zusammenspiel deutlich anzumerken. Wer hier die Liebe von Weihnachten nicht spürt, ist selbst schuld.

Der erzählerische Kniff, Mrs. Clause als zweite Hauptfigur in das Szenario zu heben, hat sich schon in der Endsequenz des ersten Teils angekündigt. Der damalige Cameoauftritt von Goldie Hawn war ein netter Sidekick, der jetzt von Chris Columbus ausgebaut wird. Für das deutlich lautere Sequel, in dem der Krieg um Santas Werkstatt von mittelmäßigen Effekten bestimmt wird, eine gute Wahl, um etwas Ruhe in die tobenden Elfen zu bekommen.

In Summe liefert Chris Columbus mit „The Christmas Chronicles 2“ einen vorhersehbaren, aber immerhin unterhaltsamen Nachfolger ab, der in der Vorweihnachtszeit für Ablenkung sorgt. Bekannte Komponenten, bei der auch die obligatorische Gesangseinlage von Rocking Santa nicht fehlen darf, machen den Familienfilm zum Nachmittagsvergnügen an verregneten Nachmittagen. Ein Film, wie ein Paar Socken an Weihnachten: Nicht spektakulär, aber es erfüllt seinen Zweck.

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