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Von Ponys und Dollars

Ein Dokumentarfilm über das Spannungsfeld zwischen kulturellem Anspruch und Wirtschaftlichkeit in der Festivalindustrie

Zusammenfassung

„The Masked Singer“-Halbfinale: Gleich zwei Masken werden enthüllt

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Augen zu und durch. Das kleine Theaterstück zu Beginn von „The Masked Singer“ ist wie ein Besuch beim Zahnarzt: Irgendwie weiß man, dass es nichts Schlimmes ist, aber unangenehm ist es dennoch. So ganz sicher kann man sich nicht sein. Auch dieses Mal schrammt der Opener haarscharf an dem unbehaglichen Gefühl des Fremdschämens vorbei. Aber dann betritt endlich Rate-Gast Katrin Bauerfeind die Bühne, das Publikum atmet auf.

Dass es sich bei der Show am gestrigen Dienstag um das Halbfinale handelte, war auf Anhieb kaum zu erahnen. Es wurde gesungen, geraten und über prominente Beine philosophiert. Alles wie immer. Lediglich indem gleich zwei Masken die Sendung verlassen mussten, wich man vom üblichen Prozedere ab. Ansonsten blieb die Sendung all ihren bekannten Elementen treu, schraubte noch einmal die Stimmverzerrer in den Einspielern bis zur Unverständlichkeit nach oben und platzierte Indizien, die Hinweise liefern – aber kaum jemand deuten kann. Rea Garveys Kommentar zum Clip des Dinosauriers, dass er zum ersten Mal in der Show eine Andeutung verstanden hätte, beschreibt das Schwierigkeitslevel der vierten Staffel perfekt.

Abflug ins Finale und von der Bühne

Die erste Runde bestritten der Stier, der Monstronaut und der Flamingo. Letzterer sauste mit Bon Jovis „You Give Love a Bad Name“ auf direktem Weg eine Show weiter und sicherte sich damit einen Platz im Finale. Ihm folgte der Dino, der mit Céline Dions „All By Myself“ einen augenzwinkernden Verweis darauf gab, dass er der letzte seiner Art ist. Die Nummer kam an und sicherte dem grünen Urzeitriesen das zweite Ticket in die letzte Sendung am kommenden Dienstag.

Für die restlichen Teilnehmer*innen hieß es nach dem ersten Durchgang: zittern. Monstronaut („Bad Boys For Life“ von P. Diddy), Stier („Can’t Help Falling In Love” von Elvis Presley), Schildkröte (Mash-up zwischen „La Vie En Rose“ und „I Was Made For Loving You“) und der Leopard („White Flag“ von Bishop Briggs) standen sich gegenüber und überließen den Zuschauer*innen die Entscheidung: Für den Stier bedeutete dies Abschied nehmen. Mit ihren Vermutungen lag die Jury gar nicht verkehrt, die sich zwischen Sänger und Entertainer Guildo Horn und Moderator Florian Silbereisen bewegten. Am Ende entpuppte sich der wilde Football-Stier tatsächlich als Schlagersänger und ehemaliger ESC-Teilnehmer Guildo Horn.

Vorlaut und glücklich: Thore Schölermann ist der Monstronaut

Nach einer weiteren Runde mit neuen On-Stage-Indizien drehte Ruth Moschner noch einmal richtig auf und bewies, dass ihr in Sachen Promi-Wissen niemand so leicht etwas vormachen kann. Als es um die Identität des Monstronauten geht, schustert sie sich aus Katrin Bauerfeinds Frage zur Liebesbeziehung der Eltern des Plüschmonsters eine Erklärung zusammen, die über Umwege zur ehemaligen ARD-Soap „Verbotene Liebe“ führt, in der wiederum auch Thore Schölermann mitspielte. Ein Name, der in Verbindung mit dem Monstronauten schon öfter fiel. Weit hergeholt und um die Ecke gedacht? Durchaus. Lag sie richtig? In der Tat.

Guildo Horn und Thore Schülermann haben es mit ihren Alter Egos nicht ins Finale geschafft, doch zeigten sich beinahe gerührt über die Teilnahme und ihre Platzierungen. Eines muss man der Show lassen: In keinem Format sehen Verlierer*innen glücklicher und dankbarer aus als bei „The Masked Singer“.

Das Finale von „The Masked Singer“ läuft am 23. März 2021 um 20:15 Uhr auf ProSieben. 

ProSieben/Willi Weber
ProSieben/Willi Weber

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