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Themeninterview: Kate Bush über Schnee

Kate Bush, Ihr neues Album heißt 50 Words For Snow – aber das glauben Sie nicht wirklich, oder? Dass die Eskimos so viele verschiedene Wörter für Schnee benutzen?
Ich weiß, das ist ein Mythos. Aber als ich vor Jahren davon hörte, fand ich die Vorstellung ganz schön. Finden Sie nicht? Man kann ein und dasselbe Ding von so vielen Seiten aus betrachten! Und irgendwie stimmt’s ja auch, es gibt Schneematsch, gefrorenen Schnee … Je länger man darüber nachdenkt, desto mehr Sinn ergibt die Sache mit den 50 Wörtern. Auch wenn sie ein Märchen ist.

Trotzdem haben Sie eine Platte darüber gemacht. Wie kam’s ?
Ich hatte schon länger die Idee im Kopf gehabt, eine Art Winteralbum aufzunehmen. Dass das explizit von Schnee handeln würde, kam erst später. Jedenfalls blubberte diese Idee lange vor sich hin, plötzlich war der richtige Moment da. Und dann wurde es auf einmal sogar richtig hektisch.

Warum hektisch?
Sie können sich ja vorstellen, dass man ein Winteralbum nicht im Sommer veröffentlichen kann. Und noch ein Jahr warten wollte ich auch nicht.

Was fasziniert Sie so an Schnee? Kindheitsnostalgie?
Vielleicht. Meine Erinnerungen sind eher unscharf – ich weiß noch, wie wir als Kinder durch den hohen Schnee gestapft und mit dem Schlitten die Hügel runtergefahren sind. Und wie es, wenn man Glück hatte, in der Schule schneefrei gab. Ich denke natürlich auch automatisch an Weihnachten, obwohl es da bei uns fast nie geschneit hat. Eher im Januar, Februar. (Kate Bush wuchs in länd­licher Gegend in der englischen Grafschaft Kent auf – Anm. d. Red.)

Große Teile des Albums klingen sehr feierlich und getragen.
Weil Schnee für mich etwas Magisches ist. Optisch gibt es doch nichts Schöneres als eine Winterlandschaft, alle Klänge und Stimmen verändern sich. Schnee kann sehr hartnäckig sein – oder er schmilzt gleich wieder weg. Er kann Dinge begraben – oder einfach nur wie Puderzucker auf ihnen liegen. Er erscheint in so vielen verschiedenen Formen und Aggregatzuständen. Den Zauber, den man als Kind beim ersten Schnee fühlte, den spüre ich heute oft noch.



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