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„Three Billboards“-Kritik: Die zornigste Frau der Filmgeschichte

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Trotz seiner erst 47 Jahre ist Martin McDonagh einer der gefeiertsten Dramatiker Großbritanniens. Schon in seinen kultisch verehrten „Brügge sehen… und sterben“ und „7 Psychos“ reizte er die Mittel des Erzählens ganz aus. Sein neuer Film treibt das Spiel mit den narrativen Möglichkeiten auf die Spitze. Jede einzelne Szene ist brillant, keine Szene endet dort, wo man es zunächst vermutet würde.

Triumph des Erzählens

Nimmt man das Diktum von Howard Hawks, ein guter Film bestehe aus drei guten Szenen und keiner schlechten, dann handelt es sich um einen Triumph des Geschichtenerzählens. Was für ein wilder Ritt das ist, wenn die zornigste Frau der Filmgeschichte (Frances McDormand) es sich in den Kopf setzt, die Polizei ins Gebet zu nehmen, die Monate nach der Ermordung ihrer Tochter keine Resultate vorzuweisen hat. Man ist sofort auf der Seite dieser Frau, die drei Werbetafeln am Stadtrand mit wütenden Botschaften zupflastert.

Ganz so einfach ist es aber nicht: Der Zorn ist mit Vorsicht zu genießen. Der Polizeichef ist ein ehrenwerter Kerl und selbst sein verachtenswerter Deputy zeigt unerwartete Seiten. McDonagh will gewalttätiges Verhalten weißer Männer nicht gutheißen. Er führt in seinem bravourösen Film vor, wie leicht man als Zuschauer einen Unsympathen als Helden akzeptiert: Sein Film ist eine Warnung – und dabei sehr unterhaltsam.

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ startet am 25. Januar 2018 in den deutschen Kinos. 

 



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