Top 5: Die besten K-Pop Performances bei den MAMAs 2021 - Musikexpress

Top 5: Die besten K-Pop Performances bei den MAMAs 2021

Im Headquarter des südkoreanischen Musikfernsehsenders Mnet in der Stadt Paju wurden am Samstag die Mnet Asian Music Awards (MAMA) verliehen. Der Preis, oder vielmehr die Show drum rum, ist eine feste Adresse in der Award Season der koreanischen Popmusik – und das Schaulaufen der ersten K-Pop-Garde. Wobei man hier feststellen muss, dass die weltweit erfolgreichsten Acts wie BTS und Blackpink inzwischen ein wenig über den Dingen schweben und nicht anwesend waren. Im Falle von BTS fiel das besonders auf, da sie in einigen der wichtigsten Kategorien gewannen und es nur eine, etwas lustlose Dankes-Videobotschaft am Ende der Show von ihnen gab. Wer alles gewonnen hat, kann man hier sehen.

Die Show zeigte vor allem bei den Live-Auftritten und den choreografierten Zwischenspielen, wie gut man inzwischen Live-Action und Augmented-Reality-Projektionen verbinden kann. Fan-Publikum war zwar auch wieder erlaubt – allerdings nur in reduziertem Maße. Und mit einer wichtigen Einschränkung: Die Fans im Saal mussten Masken tragen, die Venue war bestuhlt und sie durften nicht laut mitsingen oder jubeln. Aber es gibt ja inzwischen zahlreiche Licht- und Lärm-Geräte, mit denen man Stimmung machen kann. Außerdem hatte Mnet im Vorfeld Fans auf der ganzen Welt gebeten, ihren Jubel aufzunehmen. Zu Beginn der Show und zwischen den Performances wurde dieser dann immer wieder mal zusammengemischt und abgespielt. Das klang nicht wie ein Saal voller Fans – war aber eine charmante Lösung. Genug der Vorrede, hier kommen die unserer Meinung nach fünf besten Performances des Abends.

1. Stray Kids

Mit Blick auf alle Performances des Abends muss man feststellen: Die Produktionsfirma JYP Entertainment hatte für ihre Acts das größte Budget am Start. Vorproduzierte Videos, AR-Projektionen, dutzende Background-Tänzerinnen und Tänzer, Accessoires wie brennende Schwerter oder MG-Gitarren und im Falle von den Stray Kids sogar ein riesiger Panzer. Aber warum auch nicht? Das Geld war gut investiert, vor allem bei Bands wie Stray Kids, die es verstehen, ihre Performances mit Coolness und Aggression aufzuladen. Hier spielten sie mit „Cheese“ und „Thunderous“ außerdem noch zwei ihrer Hits, letzteres in einer spannenden, neuen Version, die beweisen, dass K-Pop keine softe Schmusemusik ist.

2. Itzy

Auch die JYP-Kolleginnen von Itzy fuhren amtlich auf: Sie betteten ihre Performance in ein kleines Zwischenspiel ein, für das sie „Squid Game“-Star Heo Sung-tae in der Rolle eines chauvinistischen Mafiosos gewinnen konnten. Itzy zeigten dann die eher erwachsene Version von K-Pop und gingen „full fetish“. Lederkostüme, Katzenmasken, Ketten, Choker, Latexhosen. Mittendrin wurde dann der wie ein Striplokal-Gast geifernde Mafioso erschossen, kurz bevor Itzy in ihren schon immer etwas zweifelhaft getexteten, aber leider verdammt guten Hit „In The Morning“ sprangen, in dem sie singen: „I’m the mafia (ma-ma-ma-ma-mafia-ya) (We do it like a mafia)“ – und dabei andeuten, sie würden Menschen erschießen. Was immer uns das metaphorisch sagen soll.

3. „Show Me The Money“ Cypher

Eine der erfolgreichsten Shows auf Mnet heißt „Show Me The Money“ und läuft seit 2012. Die Contest Show war eine der ersten im koreanischen Fernsehen, die sich nur auf HipHop konzentrierte. Bei den MAMA schickte man Jo Gwang-il, Gaeko, Paloalto, Giriboy, Choiza, Justhis, Lil Boi und Lee Young-ji in eine recht lange Cypher. Alle Artists haben dabei – als ehemalige Teilnehmer oder als Juroren – eine Verbindung zur Show. In Sachen Special Effects war dieser Part natürlich nicht ganz so spektakulär wie andere, aber er gab spannende Einblicke in die südkoreanische Rapszene und wirklich atemraubend schnelle Rap-Parts.

4. ATEEZ

Die ATEEZ brachten in ihrer Show beide Extreme ihres Sounds ganz gut unter einen Hut: das schmusige, oft fast etwas kitschig klingende Pop-Verständnis der 80er, das auch ihren Bandnamen prägt – wenn auch verschachtelt. Und, wie auf ihrer aktuellen Single „멋(The Real)“ spürbar, ihre Fähigkeit, K-Pop mit einer gesunden Portion Coolnees, Testosteron und Tradition in neue Sphären zu schießen. Die breitkreuzige Hymne gegen „School Bullying“ steht zwar dem Sound der Stray Kids recht nahe, aber das muss ja nichts Schlechtes sein.

5. Aespa

Dass Aespa und ihr Team ihre Freude mit einer 3D-Projketions-fähigen Bühne hatten, wunderte wohl niemanden, der das auf die Gaming- und VR-Welt zielende Konzept der Girlgroup kennt. Da war es schon fast erstaunlich, wie sehr dann doch die Performance und Musik der vier Idols und ihrer Hits „Savage“ und „Next Level“ im Mittelpunkt standen, die eben auch ohne den Technik-Schnick-Schnack funktionieren (obwohl die Riesen-Schlange doch ein ziemliches Plus war). Bis zu dem Moment, in dem dann wie ganz selbstverständlich für ein paar Minuten die vier virtuellen Avatare der Musikerinnen mit ihnen auf der Bühne tanzten.

Das Low-Light des Abends: Ed Sheeran

Hey, nix gegen Ed Sheeran. Die K-Pop-Welt liebt ihn, er hat mit „Permission To Dance“ einen der größten BTS-Hits geschrieben und allein die Tatsache, dass er für den MAMA als Performer eingeladen wurde, ist eine schöne Sache. Aber, Ed Sheeran konnte nicht nach Südkorea reisen und schickte deshalb eine gefilmte Live-Performance, die wie immer bei ihm erfrischend simpel gehalten wurde – aber gerade deshalb in dieser bunten Show völlig deplatziert wirkte.


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