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Trump hält Kundgebung vor fast leerem Stadion – wegen eines Streichs von TikTok-Teens

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Als Donald Trump in der vergangenen Woche noch von „großen Menschenmengen“ sprach, die sich im Zuge seiner Präsidentschaftswahl-Veranstaltung am 20. Juni 2020 in Tulsa, Oklahoma versammeln sollten, ahnte er noch nicht, dass er auf einen gigantischen Streich hereingefallen war: Denn wie die „New York Times“ berichtete, hatten sich K-Pop-Fans und TikTok-Teenager in den vorherigen Tagen mobilisiert, um hunderttausende Karten für die Kundgebung zu reservieren. Das Ergebnis: Das Stadion blieb so gut wie leer.

Der wohl genialste Streich des Jahres wurde von der TikTok-Userin Mary Jo Laupp ins Leben gerufen. In einem kurzen Video auf TikTok beschwerte sich Laupp erst über Trumps provokante Wahl des Veranstaltungsdatums und -Ortes, um dann ihre Follower*innen dazu aufzurufen, sich Freikarten für das Event zu reservieren und dann einfach nicht zu erscheinen. Die Trump-Kundgebung in Tulsa war besonders umstritten, da sie am Wochenende des 19. Juni stattfand – also um den Gedenktag „Juneteenth“ herum, der die Befreiung der afroamerikanischen Sklaven in den USA zelebriert – und da die Stadt eine besonders schmerzhafte Rassismusgeschichte hat.

„Alle von uns, die diesen Saal mit 19.000 Sitzplätzen kaum gefüllt oder völlig leer sehen wollen, gehen jetzt Karten reservieren und lassen ihn dort allein auf der Bühne stehen“, sagt Laupp in ihrem nun viral gegangenen TikTok-Clip. Ihr Aufruf wirkte: Über Nacht verbreitete sich ihr Video wie ein Lauffeuer auf der Plattform; so effektiv, dass Trump ein paar Tage später stolz twitterte, dass „fast eine Million Menschen Tickets für die Saturday Night Rallye in Tulsa, Oklahoma, angefordert haben“. Es scheint, als habe sich TikTok von einer unpolitischen Tanz- und Comedyplattform zu einem hoch effektiven Tool für Massenproteste entwickelt.


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