Türkei: Rapper Murda zu vier Jahren Haft verurteilt

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Der niederländisch-türkische Rapper Murda wurde in der Türkei zu einer Haftstrafe von vier Jahren und zwei Monaten verurteilt. Dem Istanbuler Gericht zufolge hat der 38-jährige Rapper in seiner Musik den Konsum von Drogen verherrlicht.

Besonders sein 2020 veröffentlichter Song „Eh Baba“ kam bei den Geschworenen nicht gut an: Ihnen zufolge würde der Song den Konsum von Cannabis verharmlosen. Im Song heißt es übersetzt: „Ich habe mir einen Joint gebaut und angezündet / Mann, der hat mich gepackt“. Ansonsten geht es im Song allerdings nicht um Drogenkonsum, sondern vielmehr um schnelle Autos, Luxusklamotten und Frauen.

Der Anwalt des erfolgreichen Musikers kündigte an, gegen das Urteil Einspruch zu erheben. Antreten wird Murda die Haft sowieso erstmal nicht – er hält sich momentan in den Niederlanden auf. Auf Instagram nannte er das Urteil „sehr traurig“. Türkische Behörden sind in den letzten Jahren unter der islamisch-konservativen Regierung von Recep Tayyip Erdogan immer stärker gegen Künstler*innen vorgegangen.

Murda: Einer der populärsten Rapper in der Türkei

Der gebürtige Niederländer mit türkischen Wurzeln zählt in der Türkei zu den erfolgreichsten Musiker*innen. Das Musikvideo zu dem von dem Gericht kritisierten Song „Eh Baba“ hat über 100 Millionen Views. Größere Bekanntheit erreichte er 2014 mit den Hit „Dat Doen We Niet Meer“. 2020 veröffentlichte er dann mit dem türkischen Rapper Ehzel ein Kollabo-Album namens „Made in Turkey“, das bis heute über 500 Millionen Streams erzielte. Aber auch abseits der Musik probierte Murda sich aus, 2010 spielte er die Hauptrolle in dem niederländischen Film „Gangsterboys“, später war er als Juror bei „The Voice of Turkey: Rap“ zu sehen.


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