Videopremiere: Alexander Winkelmann kommt in „Stadt“ nicht zur Ruhe

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Mit „Stadt“ veröffentlicht Alexander Winkelmann die zweite Single aus seinem kommenden Debütalbum DANKE DER NACHFRAGE, das am 8. Oktober dieses Jahres beim Label Martin Hossbach erscheinen wird.

Begibt man sich mit der geläufigen Suchmaschine im Netz auf die Spuren Alexander Winkelmanns, stolpert man mit hoher Wahrscheinlichkeit zunächst auf einen Wiesbadener FDP-Beisitzer mit „C-Trainer Lizenz für den Badmintonsport“. Schnell wird klar, dass es sich nicht um den musizierenden Winkelmann handeln kann, der in Fischschlappen fürs Pressefoto posiert und genauso entnervt wie hingebungsvoll seine Hassliebe zur Hauptstadt hierzulande bekundet — begleitet von punkiger Gitarrenmusik.

Schlaflos in Berlin

Winkelmann, der sich mit seinem Sound in der Vergangenheit in elektronischen Breiten bewegt hat, damals noch unter dem Namen Wellness, kehrt für sein Album nun zur Unmittelbarkeit von Gitarre und Schlagzeug zurück. Die Texte spiegeln vor allem seine Lebenswelt wider. Im Falle von „Stadt“ die Schlaflosigkeit, die einen in der ruhelosen Hauptstadt befallen kann.

„In dieser Stadt komm‘ ich nicht zur Ruh / Die schlechte Luft kommt noch dazu“ singt Winkelmann und wälzt sich, vergeblich Schlaf suchend, im Video in seinem Schlafzimmer herum. Auch die pinke Satin-Schlafmaske will dabei nicht helfen.

How much is the fish, Alexander Winkelmann? (Bild: Thomas Gothier)

Alexander Winkelmann über „Stadt“: „Da geht es für mich auch um die Flucht vor dem eigenen Selbst“

Eine wirkliche Lösung für das Problem gibt es für Alexander Winkelmann allerdings auch nicht. Sein ambivalentes Verhältnis zum Leben in der Stadt beschreibt er so:

Manchmal ist es mir zu hektisch und monoton, klar. Geht ja vielen Menschen so, und man romantisiert ein Leben auf dem Land. Somit geht es für mich damit zusammenhängend auch um Stadtflucht. Daher gibt es die variierende Aufzählung im Chorus Vorstadt, Kleinstadt, Pampa. Und da geht es für mich auch um die Flucht vor dem eigenen Selbst. Denn selbst in der Pampa, allein, allein, ist es mir ja nicht bequem. Damit stelle ich für mich die vermeintliche Kritik am Stadtleben und das Romantisieren des Lebens auf dem Land in Frage und sage zu mir: „Komm mal klar. Das sind Projektionen und Entschuldigungen, um dich nicht mit dir selbst anzufreunden und zu beschäftigen“.

Ob der typische Umzug ins Brandenburger Umland also trotzdem als Lösung infrage kommen würde?

Ortswechsel bringen da gar nix, denn du nimmst dich ja überall selbst mit hin. Ähnlich dem Spruch „Wherever you go, there you are.“

Seht hier das Video zu „Stadt“ von Alexander Winkelmann:

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