Wilco – Yankee Hotel Foxtrot


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2002 suchte alles „die neuen Radiohead„, und viele glaubten sie nun in Wilco gefunden zu haben. Da war eine experimentierfreudige Band, die sich zugunsten ihrer Kunst heldenhaft mit ihrem Label überworfen hatte. Da war ein Album, das – obschon lange vorher aufgenommen – in seinem verquirlt-verunsicherten Ton den post-9/ll-Nerv traf, poppige neben rätselhaften, verspukten Songs, alles durchwoben von einer wie statisch aufgeladenen klanglichen Textur, die im Kopfhörer so aufregend kitzelt wie an den Nackenhaaren. ME-Kritiker Peter Felkel beschreibt den sonischen „feel“ von YANKEE HOTEL FOXTROT schön am Beispiel des Openers „/ Am Trying To Break Your Heart“: „(…) nach einer Minute setzt der Gesang ein, nach dem sich unvermittelt all die Geräusche ausrichten wie Eisenspäne an einem Magneten, und plötzlich wird aus dem Geklapper und Gefiepe ein Song… „