Wiz Khalifa: Fahndung in Rumänien – neues Mixtape mit MGK
Die rumänische Polizei fahndet nach Wiz Khalifa wegen Cannabis – zeitgleich erscheint sein Mixtape „blog era boyz“ mit MGK. Eine Realsatire in neun Tracks.
Während die rumänische Polizei nach Wiz Khalifa fahndet, verteilt der Rapper weiter fleißig Rauchzeichen – diesmal allerdings legaler Natur: Gemeinsam mit Machine Gun Kelly hat der 38-Jährige am heutigen Freitag das Mixtape „blog era boyz“ veröffentlicht. Neun Tracks, getränkt in Nostalgie und, man ahnt es, in genau jener Substanz, die ihm in Rumänien gerade eine Fahndungsliste eingebracht hat. Track sechs trägt den schlicht programmatischen Titel „stoned“; die dazugehörige Zeile „i like being stoned“ macht den Subtext kurzerhand zum Text.
Realsatire mit Timing
Das Timing hat schon etwas Komödiantisches. Einem Mann werden wegen 18,53 Gramm Cannabis eine neunmonatige Haftstrafe an der Schwarzmeerküste hinterhergetragen – und derselbe Mann besingt zur selben Stunde mit MGK die gute alte Zeit. Die Realsatire schreibt sich, wie so oft, von ganz allein. Pikant wird es vor allem, weil das rumänische Berufungsgericht die ursprüngliche Geldstrafe just deshalb verschärfte, weil Khalifa eine „Botschaft der Normalisierung“ illegalen Verhaltens gesendet habe. Womöglich hat man in Constanța schlicht das falsche Mixtape erwischt.
Nostalgie aus den frühen 2010ern
Inhaltlich ist „blog era boyz“ eine Reise zurück in die frühen 2010er. Die beiden hatten sich 2013 erstmals auf „Mind of a Stoner“ zusammengetan – ein Titel, der im Lichte der aktuellen rumänischen Rechtslage geradezu prophetisch wirkt. Über ein Jahrzehnt später knüpfen sie genau dort an: entspannte, melodische Rap-Mukke, irgendwo zwischen Wiz‘ West-Coast-Schläfrigkeit und MGKs Rock-affiner Energie. Vorab erschienen waren die Singles „girl next door“ und der Krawall-Track „everything tatted“.
Das Mixtape erscheint nicht im luftleeren Raum, sondern mitten auf der gemeinsamen Tour: Khalifa begleitet MGK als Co-Headliner über die Nordamerika-Etappe von dessen „Lost Americana“-Tour, die noch bis Anfang Juli läuft. Frische Songs für die Setlist – ein nachvollziehbarer Schachzug.
Fahndung, Festivals und offene Fragen
Offen bleibt die Frage, die der Fahndungsfall aufwirft: Seit dem 20. Mai steht Khalifa auf der Liste der rumänischen Polizei, samt Passfoto und Vollstreckungshaftbefehl. Reist er in ein EU-Land, könnte Rumänien einen Europäischen Haftbefehl erwirken. Pikanterweise ist er diesen Sommer als Headliner fürs Openair Frauenfeld und beim norwegischen Slottsfjell Festival eingeplant – Schengen-nahes Terrain, auf dem ein solcher Haftbefehl theoretisch greifen könnte. Ob er die Termine wahrnimmt, bleibt offen. Nach dem Vorfall 2024 gab er sich noch reuig und versprach, derlei werde nicht wieder vorkommen. Das Mixtape legt nahe: Das Thema ist noch nicht beendet. Aber das hat auch keiner von Wiz Khalifa erwartet.



