„Zahmer Witz“: Ricky Gervais verteidigt Chris Rock

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Als die Oscar-Ohrfeige von Will Smith zum dominierenden Thema nach der (allerdings auch ansonsten eher unspektakulären) Verleihung der Academy Awards geriet, wurde Ricky Gervais gerne zum Vergleich herangezogen. Wenn Chris Rock für seinen „G.I. Jane“-Witz eine gescheuert bekommt, hätte der Brite als Moderator der Golden Globes wohl auf offener Bühne umgebracht werden müssen.

Gervais würde einen solchen Scherz zu seinen Ungunsten wohl breit grinsend belachen, ist er doch bekannt für seinen ausgesprochen scharfen Humor, der mit Hunderten Hollywood-Stars im Publikum selbst vor den größten Prominenten nicht haltmachte. Und was denkt er nun über das Duell zwischen Will Smith und Chris Rock?

Ricky Gervais hätte einen anderen Witz gemacht

„Du schlägst doch keinen Menschen wegen eines Witzes, egal wie schlecht er ist“, sagte er in einer Video-Fragestunde bei Twitter. „Und der war dann auch noch nicht einmal heftig.“ Gervais deutete an, dass es in seinem Programm wohl der „zahmste Witz“ wäre, den er machen könnte.

Der Komiker ging aber auch noch etwas mehr ins Detail und beschäftigte sich mit dem Hintergrund der Beleidigung, die Jada Pinkett Smith, die Ehefrau Will Smiths traf. „Jemand hat gesagt, er mache Witze über ihre Behinderung“, so Gervais. „Ich bin fett und werde kahl.“ Damit sei er ja auch in mehrfacher Hinsicht behindert und werde zum Gespött anderer Leute. Nun sei es wohl an der Zeit, deswegen ebenfalls Vorteile von anderen einzufordern.

Natürlich war Ricky Gervais schon kurz nach dem Oscar-Vorfall zur Härte des Ulks von Chris Rock befragt worden. Damals sagte er: „Ich hätte keinen Witz über die Haare seiner Frau gemacht. Ich hätte einen Witz über ihren Freund gemacht.“

Damit spielte der 60-Jährige auf die offene Beziehung von Will Smith und Jada Pinkett Smith an. Der Schauspieler hatte zuletzt groß in seiner Autobiographie davon berichtet, dass seine Ehefrau zeitweise mit dem Musiker August Alsina liiert war.

Wie geht es weiter mit Will Smith?

Für Will Smith könnten die nächsten Tage noch einige Unbequemlichkeiten bringen. Die Academy möchte so schnell wie möglich entscheiden, wie sie den Gewaltausbruch bei der Verleihung sanktionieren will. Der „King Richard“-Star trat bereits aus der Vereinigung aus, tauchte zugleich erst einmal unter. Derweil steigt das Interesse, von Chris Rock eine Meinung zu den Ereignissen zu hören. Doch der Comedian hält sich weiter bedeckt.

+++ Dieser Artikel erschien zuerst auf rollingstone.de +++


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