Zum Oralsex gezwungen: Warum ein mutmaßliches Weinstein-Opfer nun nach Deutschland flieht

In den vergangenen Tagen haben etliche Frauen Erlebnisse geschildert, in denen der US-Filmproduzent Harvey Weinstein ihnen körperlich zu nahe getreten ist. Weinstein sieht sich mit Vorwürfen der sexuellen Belästigung konfrontiert, oft habe er Meetings in Hotelzimmer verlegt und junge Schauspielerinnen dort im Badezimmer und mit dem Wunsch nach einer Massage empfangen. In bisher vier Fällen werfen Frauen dem 65-Jährigen konkret Vergewaltigung vor. Eine davon ist Asia Argento – der Zeitschrift „New Yorker“ sagte die italienische Schauspielerin, Weinstein habe sie mit physischer Gewalt zum Oralsex gezwungen.

In der italienischen Presse wurde Argento („xXx“, „Marie Antoinette“) nun allerdings nicht als vermeintliches Opfer Weinsteins behandelt, sondern teilweise heftig attackiert. Argento würde versuchen, „High-Society-Prostitution“ zu rechtfertigen. In einem Radiointerview bezichtigte sie der Chefredakteur der Publikation „Libero“ der Lüge, immerhin sei die Schauspielerin nicht körperlich verletzt gewesen. Mehrere solcher Meinungen und Artikel zwangen die Schauspielerin nun zur Abreise aus Italien.

Asia Argento wohnt nun seit einigen Tagen in Berlin, in einem Fernsehinterview klagt sie ein rückständiges Frauenbild in ihrem Heimatland Italien an: „Italy is far behind the rest of the world in its view of women“, sagt die 42-Jährige, die sich in ihrer Heimat sogenanntem Victim-Blaming ausgesetzt sieht. Diesem rückständigen und ihr gegenüber aggressiven Klima will sie nun entfliehen.

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