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Konzertbericht

Zwischen Lyrik und Tanz – Abby live in Berlin

Was genau die Namensänderung des Berliner C-Clubs in das Columbia Theater bedeutet, erschließt sich erst, wenn man das ehemalige Kino betritt. Die Räumlichkeiten wurden komplett renoviert und von der unaufdringlichen Beleuchtung bis zu den sanitären Anlagen wirkt alles edel und hochwertig, anders als in manch anderen Konzertlocations. Zur offiziellen Neueröffnung am 9. Oktober haben sich auch die Gäste, als hätten sie es vorher geahnt, in Schale geschmissen. Die Männer tragen Hemden, ein paar gar Krawatten, und die Frauen staksen auf hochhackigen Schuhen und in lasziven Kleidchen umher, während sie Rotwein trinken. Die musikalische Hauptattraktion der Veranstaltung, die von einem Rockkonzert nicht weiter entfernt sein könnte, ist die Berliner Band Abby. Derzeit im Vorprogramm der Stereophonics unterwegs, nutzt das Quartett den Abend, um die Songs ihres neuen Albums HEXAGON vorzustellen.

Das Gefühl, einer Art Showcase beizuwohnen, wird man zunächst nicht los. Für ein enervierend viel redendes Publikum starten die sehr konzentriert wirkenden Musiker unter anderem mit  „Hush“, dem Opener der aktuellen Platte. Vielleicht liegt es an der in viel Hall und Echo getränkten Soundperfektion, dass sich eine Verbindung zwischen Band und Publikum nicht recht einstellen will. Dennoch präsentieren Abby sich kompakt und äußerst tight. Trotz der ungewöhnlichen Besetzung mit Cello, zwei Gitarren, Tasten und Schlagwerk, vermisst man kaum etwas im Frequenzspektrum. Dennoch birgt so etwas auch stets Tücken: viele Songs funktionieren nicht ohne Klänge aus dem Computer, wodurch tolle Stücke wie das schwere, düstere „A Lion’s Death“ etwas ausgebremst werden.

Anderes, wie etwa „Halo“, kriegt gerade noch so die Kurve, bevor es in die allzu seichte und eingängige Bedeutungslosigkeit à la Coldplay hinweg driftet, denn sobald die Band das Tempo drosselt, scheint hinter jeder Ecke sehr viel Kitsch zu lauern. Die eigentlichen Stärken kommen immer dann zum Vorschein, wenn Abby es schaffen, ihren charakteristischen Indie-Pop-Sound mit tanzbaren Rhythmen zu verbinden. „Time Is Golden“, mitsamt „Everything In Its Right Place“-Radiohead-Gedächtnis-Intro, macht richtig Spaß. Das Debütalbum FRIENDS AND ENEMIES von 2013 wird schließlich noch mit „Monsters“ gewürdigt, das sich erstaunlich gut zwischen die schwermütiger geratenen neuen Songs fügt.



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