von Thomas Winkler
Alben
Hundreds
Variations
Remixe und Coverversionen des Debütalbums der Hamburger Band Hundreds und die alte Frage: Ist es Sound oder ist es Song?
Foto:
Sinnbus/Rough Trade
Hundreds - Variations
Alte Streitfrage: Ist es der Song oder ist es der Sound? Beim
vor anderthalb Jahren erschienenen Debütalbum des Hamburger
Geschwisterpaars Eva und Philipp Milner war es erst einmal das
Klangbild, jene fein ziselierte und trotzdem detailreiche
elektronische Kühle, die überzeugt hat. Für Variations haben meist
befreundete Musiker zehn der zwölf Stücke von Hundreds neu
interpretiert. Nun wird allerspätestens offengelegt, dass auch die
Lieder selbst nicht so ganz schlecht waren: Am deutlichsten wird
das, wenn Monta für ihre Coverversion des „Song For A Sailor“ eine
denkbar spartanische Besetzung bemühen und aus einem schnippischen
Popsong eine whiskeygetränkte Ballade mit gemeinem
Gitarrenquietschen zum Abschluss machen. Diametral verfahren Bodi
Bill, die „Machine“ in einen hüpfenden, nahezu Neptunes-artigen
Dancefloor-Track umwandeln. Und Get Well Soon tut, was er immer
tut: Er versetzt „Let’s Write The Streets“ in abgrundtiefe
Melancholie. Andere covern nicht, sondern remixen die Lieder von
Hundreds. So wie zum Beispiel phon.o, der mit „Happy Virus“ das
Naheliegende, aber auch Wagemutigste versucht: Aus einem Hit einen
noch größeren Hit zu destillieren. Und das haut auch noch hin bei
ihm. Hundreds war schon groß, Variations wird dieser Größe aber
jederzeit gerecht. Key Tracks: „Happy Virus“, „Little Heart“, „
Machine“
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