von Frank Sawatzki
Alben
The Black Keys

El Camino
Rock: Erinnerungen aus dem Notizblock. Zwei Wochen nach der „Listening Session“ klingt das neue Album der Grammy-Gewinner immer noch retro.
Foto:
Warner
The Black Keys - El Camino
Kurzer Blick zurück: Brothers, das letzte Werk der Black Keys
wurde von der Grammy Academy in L.A. als „Best Alternative Music
Album“ im Jahr 2010 ausgezeichnet, eine Ehrung, die sicherlich auch
dem legendären Aufnahmeort Muscle Shoals in Alabama Tribut zollte.
Man mag die Auszeichnung als Belohnung für die Übersetzungsleistung
der Black Keys interpretieren; wie Dan Auerbach und Pat Carney im
Geiste der ikonischen Aufnahmen von Aretha Franklin und Wilson
Pickett einen überaus zünftigen Rock’n’Soul-Sound entwickelten, das
war in der Tat gut anzuhören – Konsensmusik mit Stil und
Verkaufszahlen, die jede Plattenfirma glücklich machen. Die neue
Songsammlung des seit einem Jahr in Nashville, Tennessee ansässigen
Duos ist jetzt zu einem Hochsicherheitsthema erklärt worden, heißt:
Erst mal gab’s keine Vorab-CDs oder Downloads, Journalisten hörten
die elf Songs in den Warner-Music-Büros, bitte notieren Sie, was
Sie hören! Dass das keine Grundlage für eine Albumkritik sein kann,
weiß man auch bei Warner, und so gibt’s an dieser Stelle ein paar
Erinnerungsfetzen vom zerfledderten Notizblock mit zahlreichen
Fragezeichen. „Lonely Boy“ (Single-Veröffentlichung): Kommt hier
das Rock’n’Roll-Ding, das die Keys für das Album reklamieren? „Dead
And Gone“ geht mit Riesenchor eher Richtung Britrock. „Gold On The
Ceiling“: Ist das schon Status Quo oder noch Jon Spencer Blues
Explosion? Und „Little Black Submarines“ startet als
Akustik-Ballade, um dann nach einer Minute als klassischer
Rocksong aus der Garage zu schießen. Alles schön heiß gekocht mit
großen Chören, fetten Blues-Gitarren und Glamrock-Pathos, und wenn
ich in „Sister“ die Steinzeitdampframme „I Was Made For Loving You“
gehört haben mag, dann war ich vielleicht doch im falschen Film.
Erste Einordnung: Bei El Camino handelt es sich um ein
Bekennerschreiben von führenden Kulturkonservativen Amerikas. Bis
auf Weiteres hat sich das Album einen coverfüllenden Retro-Stempel
verdient. Key Tracks: „Lonely Boy“, „Sister“, „Little Black
Submarines“

Kommentare (2)
ach was
oder ist Frank Sawatzki nur retro... Andererseits ist RnR, Hip hop, House und Techno nicht auch nur Retro... Viele Worte - kaum Inhalt. Zeilenschinder.
von Marie am 14. Dezember 2011 11:51 Uhr
Dampframme :)
Ick find dit Album großartig, rumpelt doch schön vor sich her und das Video zu Lonely Boy ist Klasse, tanzen kann der Mann!
Im ernst, mir gefällt es um längen besser als Brothers, das seine Momente hatte, aber am Ende doch wieder nur die Kritiker begeisterte.Hier sind wir wieder bei schönem groovigen Garagen-Blues-Rock. Kommt definitiv auf in meien Top-5 für 2011!
von Frank am 26. Dezember 2011 13:46 Uhr