Alben

The Black Keys 3 Sterne

El Camino

Rock: Erinnerungen aus dem Notizblock. Zwei Wochen nach der „Listening Session“ klingt das neue Album der Grammy-Gewinner immer noch retro.

The Black Keys - El Camino Foto: Warner The Black Keys - El Camino Kurzer Blick zurück: Brothers, das letzte Werk der Black Keys wurde von der Grammy Academy in L.A. als „Best Alternative Music Album“ im Jahr 2010 ausgezeichnet, eine Ehrung, die sicherlich auch dem legendären Aufnahmeort Muscle Shoals in Alabama Tribut zollte. Man mag die Auszeichnung als Belohnung für die Übersetzungsleistung der Black Keys interpretieren; wie Dan Auerbach und Pat Carney im Geiste der ikonischen Aufnahmen von Aretha Franklin und Wilson Pickett einen überaus zünftigen Rock’n’Soul-Sound entwickelten, das war in der Tat gut anzuhören – Konsensmusik mit Stil und Verkaufszahlen, die jede Plattenfirma glücklich machen. Die neue Songsammlung des seit einem Jahr in Nashville, Tennessee ansässigen Duos ist jetzt zu einem Hochsicherheitsthema erklärt worden, heißt: Erst mal gab’s keine Vorab-CDs oder Downloads, Journalisten hörten die elf Songs in den Warner-Music-Büros, bitte notieren Sie, was Sie hören! Dass das keine Grundlage für eine Albumkritik sein kann, weiß man auch bei Warner, und so gibt’s an dieser Stelle ein paar Erinnerungsfetzen vom zerfledderten Notizblock mit zahlreichen Fragezeichen. „Lonely Boy“ (Single-Veröffentlichung): Kommt hier das Rock’n’Roll-Ding, das die Keys für das Album reklamieren? „Dead And Gone“ geht mit Riesenchor eher Richtung Britrock. „Gold On The Ceiling“: Ist das schon Status Quo oder noch Jon Spencer Blues Explosion? Und „Little Black Submarines“ startet als Akus­tik-Ballade, um dann nach einer Minute als klassischer Rocksong aus der Garage zu schießen. Alles schön heiß gekocht mit großen Chören, fetten Blues-Gitarren und Glamrock-Pathos, und wenn ich in „Sister“ die Steinzeitdampframme „I Was Made For Loving You“ gehört haben mag, dann war ich vielleicht doch im falschen Film. Erste Einordnung: Bei El Camino handelt es sich um ein Bekennerschreiben von führenden Kulturkonservativen Amerikas. Bis auf Weiteres hat sich das Album einen coverfüllenden Retro-Stempel verdient. Key Tracks: „Lonely Boy“, „Sister“, „Little Black Submarines“



Kommentare (2)
ach was

oder ist Frank Sawatzki nur retro... Andererseits ist RnR, Hip hop, House und Techno nicht auch nur Retro... Viele Worte - kaum Inhalt. Zeilenschinder.

Dampframme :)

Ick find dit Album großartig, rumpelt doch schön vor sich her und das Video zu Lonely Boy ist Klasse, tanzen kann der Mann!
Im ernst, mir gefällt es um längen besser als Brothers, das seine Momente hatte, aber am Ende doch wieder nur die Kritiker begeisterte.Hier sind wir wieder bei schönem groovigen Garagen-Blues-Rock. Kommt definitiv auf in meien Top-5 für 2011!

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