Alben

Mano Le Tough 4.5 Stars
Changing Days

Electronica mit „cool songs“ oder: die Rückkehr einer positiven Emotionalität in die Clubmusik.

Foto: Niall Mannion, irischer DJ und Produzent in Berlin, wird seit ein paar Jahren unter seinem Alias Mano Le Tough als ganz heiße Nummer gehandelt. Das liegt an seinen DJ-Gigs, der Handvoll EPs, die er seit bald vier Jahren veröffentlicht hat und an seinen discohousigen Remixen von u. a. Aloe Blacc („Loving You Is Killing Me“) und Róisín Murphy („Simulation“). Wie jeder Musiker verweigert Mannion eine Kategorisierung; er redet stattdessen von „cool congs“, die er produziert. Einer dieser „cool songs“ ist gleich der erste, „Cannibalize“. Auf einem elektronischen Backing entwickelt sich ein melancholischer Schleicher, der mit Atmosphären spielt, ohne kitschig zu werden. Wir feiern so etwas wie die Rückkehr einer positiven Emotionalität in die Clubmusik, wenn man das, was Mano Le Tough hier abliefert, noch als Clubmusik bezeichnen will. Überhaupt ist Changing Days nicht das, was man als typisches House-Album bezeichnen würde. Es gibt Referenzen an die Minimal Music, an die Lakonie von Hot Chip, Melodien, Gesang (vom Meister selber) – Elemente, die im 08/15-House lediglich zur Ausschmückung des Beats benutzt werden, stellt Mano Le Tough in den Vordergrund. Der Beat ist zwar vorhanden, wird aber zur angenehmen Nebensache. Soft-Pop, der aus den Ruinen der IDM erwächst; wenn es nicht so abgeschmackt wäre, könnte man glatt „Electronic Listening“ zu dieser Musik sagen.

 
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