Bonobo

Migration

Ninja Tune/Rough Trade

Simon Green erweitert gekonnt seinen Electronica-Sound und öffnet sich für Einflüsse aus aller Welt.

MIGRATION – wer 2017 ein Album so nennt, scheut sich nicht vor Statements. Auf MIGRATION wandert Simon „Bonobo“ Green nonchalant durch die elektronische Musik, bedient sich mal bei Ambient, mal bei Downtempo. Die Vielseitigkeit der Platte spiegelt sich in den zahlreichen Features wider: So lud Green für das erfrischend poppige „Surface“ Nicole Miglis (von Hundred Waters) ein, während man auf dem exotischen „Bambro Koyo Ganda“ Innov Gnawa hört – eine Band bestehend aus marokkanischen Auswanderern, sesshaft in New York, die sich der traditionellen Musik ihrer Heimat, der Gnawa-Musik, verschrieben hat.

Für „No Reason“ konnte er den Australier Nick Murphy (ehemals Chet Faker) gewinnen, der mit seiner ureigenen Stimme das über sieben Minuten lange Stück bereichert – eins der Highlights der Platte. Die Botschaft des Albums wird hingegen bei der Single „Kerala“ am deutlichsten: Der Track, der auf einem Sample des Brandy-Songs „Baby“ basiert, wurde mit einem verstörenden Musik­video veröffentlicht, in dem die Schauspielerin Gemma Arterton vor einem Meteoriten wegrennt. Eine Metapher auf die Flüchtlingsbewegungen?