Streaming-Tipps

7 Serien gegen den „Game of Thrones“-Blues

Nach 9 Jahren, 8 Staffeln, 73 Folgen und einer Armee von Gifs für alle Lebenslagen war es dann einfach vorbei. Man mag über das Ende von „Game of Thrones“ mosern und zetern wie man will (weil die letzte Staffel Seifenoper-Potenzial hatte/weil der Abschied dann irgendwie doch zu plötzlich gekommen ist und so weiter) – selten war es sozial so akzeptabel, seine Nächte Binge-watchend zu verbringen, wie zu der Zeit, als das mega-gehypte Fantasy-Schwergewicht über die Bildschirme lief. Was bleibt, ist (neben vielen Fragen und dem ein oder anderen Spin Off) eine große Leere in der Nacht von Montag auf Dienstag. Hier sind sieben Serien, die vielleicht beim Entzug helfen:

P.S. wilde Spoiler sind unterwegs, Betreten auf eigene Gefahr!

„The Terror“

  • Mystische Kreaturen, die im Eis jagen: Check!
  • Kannibalismus: Check!
  • Mäntel, die vielleicht Ikea-Teppiche sind: Check!
  • Feuersbrünste, die Städte/Schiffe vernichten: Check!

Worum geht es?

Jeder der fand, dass die White Walker und ihr eisiges Königreich viel zu kurz gekommen sind, wird sich vielleicht an den eisigen Untiefen dieser Serie erwärmen können. Aber Obacht: In „The Terror“ kommt kein Drache im richtigen Moment, dafür hungrige Eisbären, die nicht so wirklich von dieser Welt sind.

Die Story beruht auf wahren Begebenheiten. 1845 startete die britische Franklin-Expedition mit dem Ziel, die Nordwestpassage zu durchsegeln, den kürzesten Seeweg zwischen Europa und Asien. Alle 129 Mitglieder der Besatzung starben. Warum und wie wird nach wie vor diskutiert, in der Serie aber kreativ beantwortet. Wenig Magie, dafür viel Verzweiflung und große Charaktermomente in unwirklichen Gefilden. Für Nostalgie-Momente dürften auch die Schauspieler sorgen, gleich 3 von ihnen tauchten auch im „Game of Thrones“-Universum auf:  Ciarán Hinds (Mance Rayder), Tobias Menzies (Edmund Tully) und Clive Russell (The Blackfish).

Wo/Wann kann ich das sehen?

Alle Folgen gibt es auf Amazon Prime

His Dark Materials“

  • Buchverfilmung: Check!
  • Magische Wesen: Check!
  • Kinder, die mit Schiffen reisen: Check!
  • Staub: Check! (Als hätte in Winterfell noch jemand Zeit zum Putzen gehabt, ey)

Worum geht es?

Hä? Das wurde doch schon mal verfilmt? Ja, 2007, gute Schauspieler, guter Film, trotzdem gefloppt. Dieses Jahr kommt die Neuauflage der Romanreihe von Philip Pullman als Miniserie. Es geht um nicht weniger als die Rettung mehrerer Welten, Kinder, die einen Teil ihrer Seele als Tiere bei sich tragen, epische Schlachten, Libellen-Krieger und Eisbär-Soldaten.

Wer denkt, dass es sich um reine Jugendbücher handelt, irrt dabei gewaltig, Religions- und Kirchenkritik sind in Pullmans Romanen allgegenwärtig. Gott, ein weinerlicher Greis, hat nichts zu melden und Skrupellosigkeit ist für viele Protagonisten ein Kavaliersdelikt. Auch wenn man vermuten darf, dass es weniger Blutkaskaden und Schäferstündchen geben wird als bei „Game of Thrones“, Pullmans Welt(en) sind magisch und so miteinander verwoben, dass man zumindest nach dem Lesen sehr traurig war, sich keine Löcher in andere Dimensionen schneiden zu können.

Wo/Wann kann ich das sehen?

Irgendwann 2019, wann genau, ist noch nicht bekannt. In Deutschland vermutlich auf Sky, was praktisch ist, weil der Bezahlsender einem das Kündigen nach dem „Game of Thrones“-Exzess mitunter eh nicht einfach macht…

Good Omens

  • Durchgeknallte Dialoge, an denen Tyrion Freude gehabt hätte: Check!
  • Welt geht unter, aber erstmal einen Kaffee? Check!
  • Eigentlich fandet Ihr „Per Anhalter durch die Galaxis“ und die „Cornetto-Trilogie“ doch viel cooler als „Game of Thrones“? Check!

Worum geht es?

Das Liebeskind von Neil Gaiman und Terry Pratchett galt lange als unverfilmbar. Schließlich geht es auch um nichts Geringeres als die Apokalypse. Die kommt und sie wird britisch – sehr britisch. Ein pingeliger Engel und ein locker lebender Dämon machen sich auf, die Apokalypse zu verhindern, leider haben sie allerdings den Antichrist verloren, der ist 11 und nur der Anfang ihrer Probleme, denn Armageddon entpuppt sich als bürokratischer Albtraum.

Wo/Wann kann ich das sehen?

Amazon Prime, ab 31. Mai 2019

Lord of the Rings

  • Ihr fandet, das Beste an „Game of Thrones“ war das Warten auf die neue Staffel? Check! (Masochisten!)

Worum geht es?

Bisher ist alles sehr, sehr kryptisch: Wir wissen, dass Bryan Cogman von Amazon zu Beratungszwecken herangezogen wurde, vorher war er als Drehbuchautor bei „Game of Thrones“ aktiv. Bis November 2019 muss Amazon mit der Produktion starten, sonst können sie die Rechte an dem Projekt wieder verlieren (und die waren mit 250 Millionen Dollar ordentlich teuer). Im Raum stehen bisher 5 Staffeln, die alle zwischen 100-150 Millionen US-Dollar verschlingen sollen.

Worum es geht? Gute Frage – nächste Frage.  Die Serie ist als Prequel geplant, soll zeitlich also vor den Ereignissen vom „Herr der Ringe“ und wahrscheinlich auch dem „Hobbit“ spielen.

Wo finde ich Hinweise?

Auf der offiziellen Twitter-Seite! Hier wurden unlängst erste Karten veröffentlicht, die zumindest eine grobe räumliche und zeitliche Verortung der Geschehnisse zulassen: Es geht ins Zweite Zeitalter, die Zeit, in der Sauron die Ringe der Macht geschmiedet und sie den Herrschern der Elben, Zwerge und Menschen geschenkt hat.

Sons of Anarchy

  • Episches Familiendrama mit Shakespeare-haften Elementen (aka tragische Tode im Kilo): Check!
  • Sex and Crime: Check!

Worum geht es?

Um den Platz auf dem eisernen Thron natürlich. Um verwickelte Familienfehden und schöne Menschen, die schreckliche Dinge tun. In dem Fall ist der Sessel, auf dem alle ihren Hintern platt sitzen wollen, allerdings ein Motorrad und der Thron der fiktiven Motorradgang „Sons of Anarchy“. Die Story orientiert sich lose an Hamlet, das Ende ist tragisch, der Soundtrack grandios und der am Anfang gefeierte Hoffnungsträger Jax teilt sich mit Daenerys nicht nur die blonde Haarpracht, sondern auch die drastische Abwärtskurve seines am Anfang sehr ambitionierten Charakters.

Wo/Wann kann ich das sehen?

Sofort. Alle 7 Staffeln stehen auf Netflix zum Streaming bereit.

Black Sails

  • Kein Problem mit sehr graphischen Gewalt- und Sexdarstellungen: Check!
  • Detailverliebtheit bei Kostümen und Schlachten: Check!

Worum geht es?

Ja, die Piraten sehen aus, als hätten sie Elmex zum Frühstück gegessen. Aber sie haben immerhin Dreck unter den Fingernägeln. Ist irgendwie auch alles egal, die Kulisse von Nassau (gedreht wurde allerdings in Südafrika) ist so schön, dass man auf solche Details eh nicht achtet. Das Piratenepos kombiniert historische und fiktive Ereignisse im 16. Jahrhundert und versteht sich als Vorgeschichte des Piratenklassikers „Die Schatzinsel“. Alles nicht übermäßig tiefschürfend, aber auch nicht so flach, dass man seinen Kummer in Rum ertränken möchte. Kleines Plus: Die Frauen sehen hier nicht nur nett aus, sie erreichen tatsächlich auch Dinge.

Wo/Wann kann ich das sehen?

Alle 4 Staffeln sind beim Amazon-Prime-Channel StarzPlay zu sehen, das schafft man auch in der kostenlosen Probezeit.

Jessica Jones

  • Trink- und schlagfeste Superheldinnen: Check!
  • Fluchen, bis sich die Balken biegen: Check!
  • Letzte-Staffel-Blues: Check!

Worum geht es?

Jaaaa okay. Diese Empfehlung mag jetzt vielleicht etwas weit hergeholt klingen, aber: „Game of Thrones“ war vom feministischen Standpunkt her immer eine etwas schwierige Serie. Klar, nicht jede Serie muss und kann in der Hinsicht einwandfrei sein, und GoT liefert auch wunderbare Frauencharaktere. Trotzdem nervt es, wenn Brienne von Tarth, ihres Zeichens furchtloser und bis zur 8. Staffel absolut asexueller Ritter, wimmernd und im Nachthemd einen Mann anbettelt, doch bei ihr zu bleiben. Sansa bedankt sich in der letzten Staffel bei den Männern, die sie misshandelt haben: „Ohne Littlefinger und Ramsay und den Rest wäre ich für immer ein kleines Vögelchen geblieben.“ Die Implikation, dass Misshandlungen und in diesem Fall explizit Vergewaltigung einen Menschen stark machen, ist als Narrativ nicht neu, bleibt aber schwierig. Da ist „Jessica Jones“ schon irgendwie eine Wohltat, denn hier wird der Heldin erlaubt, nicht durch Trauma stärker zu werden, sondern trotz Trauma stark zu bleiben.

Wo/Wann kann ich das sehen?

Netflix! Staffel 3 kommt bereits am 14. Juni.

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