Gaga im Autotune-Scooter

Alle Großverdiener in HipHop und R’n’B – von Justin Timberlake über Lil‘ Wayne bis P. Diddy – wollten 2008 mit dem R’n’B-Sänger T-Pain arbeiten. Dessen Markenzeichen: Seine Stimme ist so verfremdet, dass er klingt wie ein außerirdischer Autoscooter-Ansager. Schuld ist eine Software, die Ende der 90er als „Cher-Effekt“ erschaudern machte und dieses Jahr einen ungeahnten Hype erfuhr:

Auto Tune. Das US-HipHop-Magazin Vibe schrieb schon von einer ,Auto Tune Army“. Programmiert wurde die Software einst zur – unauffälligen – Korrektur von schiefen Gesangstönen im Studio. Jetzt setzten HipHop- und R’n’B-Produzenten den Effekt entgegen seiner Bestimmung ein. Vor allem Kanye West mutierte dank Auto-Tune-Overkill auf 808’s & heartbreak vom Konsensrapper zum Polarisierungspopper. „Stop Singing!“ appellierten Journalisten und Blogger, Kollege Q-Tip schimpft: „Auto Tune is wack to me!“ Selbstironie bewies T-Pain: In einem Video ließ er sich von seinem Auto-Tune-Effekt dazu erpressen, eine Hymne auf die Roboterstimme aufzunehmen. Sein Eingeständnis: Ohne den Effekte-Wahn gäb’s für ihn weder „money“, „girls“ noch „fame“.

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