Alice In Chains :: Alice In Chains

Auch auf dem mittlerweile dritten Longplayer bleibt die Band aus der Grunge-Hauptstadt Seattle ihrem bisherigen Erfolgsrezept treu. Geboten wird vornehmlich Grungiges der verhalteneren Gangart: Schleppende Rhythmen, wimmernde Gitarren und über allem der düster jammernde Chorgesang von Layne Stayley und Jerry Kantrell. Komponiert aus eben genannten Zutaten, erreichen Songs wie ‚Sludge Factory‘, ‚Headcreeps‘ und selbst der eigentlich ein schnelles Ende verheißende Titel ‚Over Now‘ in bester 7oer-Jahre-Psychedelo-Manier epische Längen von über sieben Minuten, der Track ‚Frogs‘ durchbricht gar die Acht-Minuten-Grenze. Einen energetischen Höhepunkt inmitten all dem zähflüssigen Gewummer und Gewimmer sucht man trotz des ein oder anderen überraschenden Tempowechsels allerdings vergeblich. Da fallen eher konventionelle Rock-Balladen wie ‚Heaven Beside You‘ und ‚Shame In You‘, die mit Slide-Gitarre, melodiösen Vocals und dem ein oder anderen Mainstream-Gitarren-Solo die Genre-Grenzen zum Fließen bringen, schon fast positiv auf. Fazit: Das notorisch träge und irgendwie selbstmitleidige Output der angeketteten Alice könnte dringend einen energiegeladenen Stromstoß brauchen.

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