Aerosmith :: Nine Lives

Aerosmith ist unbestreitbar eine der stilprägenden Bands der amerikanischen Rock’n’Roll-Geschichte der letzten 25 Jahre. Mit neuem alten Label im Rücken und nach der glücklichen Überwindung diverser persönlicher Schwierigkeiten startet das Quintett jetzt wieder durch. Wenngleich das Ergebnis in Form des neuen, zwölften, Studio-Albums alles andere als überzeugend ausfällt. Der Luftschmiede fällt es schwer, trotz eines beeindruckenden Staraufgebots an Songwritern (Marti Frederiksen, Desmond Child, Mark Hudson und Glen Ballard) die Songs auf den Punkt zu bringen. So verheißungsvoll der Opener und gleichzeitig Titeltrack ‚Nine Lives‘, ein krachender Boogie-Rocker in bester Aerosmith-Tradition, auch ausfällt, mit zunehmender Spieldauer kommen Steven Tyler, Joe Perry, Brad Whitford, Joey Kramer, Tom Hamilton und ihrem Produzenten Kevin Shirley (Silverchair, Journey) die zündenden Ideen abhanden. Besonders die typischen Midtempo-Songs wie die erste Single ‚Falling In Love (Is Hard On The Knees)‘ und Stücke wie ‚Kiss Your Past Good-Bye‘ bleiben durch zähe, ausgelutschte Texte, langweilige Gitarren-Soli und behäbige Arrangements weit hinter den hoch gesteckten Erwartungen zurück. Daß die Band auch anders kann, beweist sie mit erstklassigen Titeln wie ‚Taste Of India‘, dem mit Trompe-Sounds veredelten ‚Ain’t That A Bitch“, und schnellen, schnörkellosen Rock-Hymnen wie ‚Crash‘. Doch leider bleiben das die loblichen Ausnahmen eines ansonsten nicht mehr als durchschnitlichen Albums, das die musikalische Klasse und Abgeklärtheit von GET A GRIP in keiner Weise erreichen kann,.

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