Noel Gallaghers zerstörte Gitarre aus Oasis‘ Trennungsnacht wird versteigert


In Paris zerbrach mit einer roten Gibson ES-355 auch eine der größten Bands der Rockgeschichte. Die Auktionär*innen rechnen mit bis zu einer halben Million Euro Umsatz.

Sie ist das wichtigste Requisit einer der giftigsten Trennungen der Musikgeschichte: Noel Gallaghers zerstörte Gitarre aus der Trennungsnacht von Oasis wird am 17. Mai versteigert. Als Startpreis werden umgerechnet rund 150.000 Euro aufgerufen, allerdings rechnen die Auktionär*innen mit bis zu einer halben Million Euro Umsatz. Durchgeführt wird die Versteigerung von der Galerie Artpèges. Laut dem Verantwortlichen Arthur Perault hatte Noel Gallagher seine elektrische Klampfe zwischenzeitlich reparieren lassen – dann aber den Entschluss gefasst, sich von ihr zu trennen, „weil sie ihn zu sehr an Oasis erinnerte“.

Der Pariser Gitarrenwurf

Am 28. August 2009 sollte die Band eigentlich als Headliner auf dem Pariser Festival „Rock en Seine“ auftreten. Nur wenige Minuten vor dem geplanten Auftritt gerieten die Gallaghers jedoch derart heftig aneinander, dass das Konzert abgesagt wurde. Noels Version der Geschichte klingt so: Liam habe ihn zunächst mit Pflaumen beworfen; danach mit Noels eigenem Instrument – einer roten Gibson ES-355. In anderen Versionen demolierte Noel seine Gitarre im Zuge der Fehde selbst. Sei es, wie es sei: Mit ihr zerbrach auch eine der größten Bands des britischen Rocks.

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Noel: „Ich fühlte kein Gefühl der Erleichterung“

Nach dem Clinch stürmte Noel aus dem Backstage und setzte sich in ein Taxi. Noch auf der Rückbank beschloss er das Ende der Band: „Der Fahrer fuhr los und das war’s. Ich fühlte kein Gefühl der Erleichterung, weil ich wusste, dass ein Shitstorm auf mich zukommen würde. Es würde eine Menge Unsinn darüber geredet werden“, so der Brite einst. Leichtfertig habe er die Entscheidung nicht getroffen: „Es war mein Leben, ich habe es geleitet und es war kreativ mein Ding. Im Nachhinein betrachtet war es das Beste für mich und die Band.“ Zu Oasis-Konzerten seien die Leute am Ende nur noch gekommen, um die Hits aus vergangenen Tagen zu hören, „und das ist eine Position, in der ich die Band nie sehen wollte. Aber jetzt werden wir mit all den Großen in einem Atemzug genannt“, so der heute 54-Jährige.

Bis heute schwelt der Bruderstreit

Ihrer eigenen Legende nach haben sich die beiden Brüder seit jener schicksalshaften Nacht nie wieder gesehen. Zwar keimen immer wieder Reunion-Gerüchte um die Band auf. Aktuell gibt es aber keine Anzeichen, dass die berühmten Manchester-Söhne die Streitaxt begraben. In einem Interview mit der „Sunday Times“ schob Liam die Verantwortung dafür seinem großen Bruder zu. „Wenn er wirklich Kontakt haben wollte, meiner Mutter zuliebe, könnte er es machen, aber offensichtlich will er nicht“, so der Musiker.

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