Joyce Manor

I USED TO GO TO THIS BAR

Epitaph/Indigo (VÖ: 30.1.)

Ultraeingängiger Pop-Punk, der kein Gramm Fett zu viel hat.

Die kalifornische Punkband Joyce Manor bleibt den ursprünglichen Prinzipien ihres Heimatgenres auch auf I USED TO GO TO THIS BAR treu. Neun kurze Songs ergeben ein angenehm knappes Album, das kein Gramm Fett enthält – nichts steht den ultraeingängigen Gesangsmelodien von Frontmann Barry Johnson im Weg. Solch einfache Melodien zu schreiben, ist gar nicht so leicht, doch Joyce Manor beherrschen die schwierigste Disziplin guter Gitarrenmusik: unvergessliche Refrains zu komponieren.

I USED TO GO TO THIS BAR ist voll von gebrüllten Kindermelodien und Bubblegum-Pop, eingebettet in aggressiven US-Punk – kein Wunder, dass Johnson bekennender Fan der Beach Boys ist. „Train coming down the track and it almost gave me a heart attack“, heißt es im Opener „I Know Where Mark Chen Lives“. Genau das will man hören, wenn man im Moshpit herumgewirbelt wird.

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Gleichzeitig erzeugt das Zugmotiv eine tiefamerikanische Atmosphäre, die gut zum neu dazugekommenen Roots-Vibe der Platte passt. „All My Friends Are So Depressed“ klingt zwar nach klassischem Pop-Punk, doch der Track erinnert letztlich viel mehr an Wilco. Auch auf diesem Album zeigen Joyce Manor also den weichsten Kern aller USPunkbands – und lassen ihn mit zunehmendem Alter immer deutlicher durchscheinen.

Diese Review erscheint im Musikexpress 2/2026.