Daphni
BUTTERFLY
Jiaolong/Alive (VÖ: 6.2.)
Zurück in den Club: Caribous Dan Snaith mit unwiderstehlichen Dancefloor-Tracks.
Unerwartete Kooperationen sind die letzten Jahre zum Gimmick der Wahl geworden. Das hat uns Fieberträume wie Otto Waalkes und Ski Aggu beschert – oder Helene Fischer und Shirin David. Aber dieses Feature aus dem November hat wirklich niemand erwartet: Daphni und Caribou. Vor allem, weil beide Künstlerpersonas in einem einzelnen Menschen ihr Zuhause haben: Dan Snaith. Aber seine Künstleridentitäten seien eben oft sehr weit entfernt voneinander, deswegen habe es für ihn Sinn ergeben, den Track „Waiting So Long“ als Feature der beiden Projekte zu deklarieren, wo der Sänger und Performer Caribou Vocals zum euphorischen Discotrack seines Clubmusik Alter Egos Daphni liefert, während man im Hintergrund gutgelaunte Clubgänger:innen zu hören meint.
BUTTERFLY, Snaiths fünftes Album als Daphni, feiert aber auch über diesen Song hinaus hemmungslos das Glück, wie man es nur auf einem Dancefloor finden kann – egal ob dieser in einem Club liegt oder im eigenen Wohnzimmer. Das beginnt schon mit dem ironisch betitelten Opener „Sad Piano House“ bei dem man beim genauen Hinhören meint, Entenquaken zu hören, und endet noch lange nicht, wenn man mit dem Closingtrack „Eleven“ (der allerdings der sechzehnte Titel des Albums ist) ins All abhebt.
Ja, mit Daphni und Caribou bedient Snaith völlig unterschiedliche Soundwelten – aber in beiden weiß er wie kaum ein anderer Musiker, Sehnsucht, Euphorie und Melancholie zu einem unwiderstehlichen Ganzen zu verbinden. Aus dem Stand eins der besten Dance Alben des Jahres, mindestens.
Diese Review erscheint im Musikexpress 3/2026.



