Ghislaine Maxwell: Deepfake-Video sorgt für Verwirrung
Ein Instagram-Video zeigt angeblich Ghislaine Maxwell frei in Quebec. Doch der Clip entpuppte sich als Deepfake – der 19-jährige Creator gab es selbst zu.
Ghislaine Maxwell ist eine der prominentesten Figuren im Fall rund um den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Über ein Jahrzehnt baute sie mit Epstein zusammen aktiv einen Ring auf, der junge Frauen und minderjährige Mädchen missbrauchte. Dafür wurde sie wegen Menschenhandels zu einer 20-jährigen Gefängnisstrafe verurteilt, die sie zurzeit in den USA absitzt. Nun gingen allerdings Gerüchte um, dass die Verurteilte auf freiem Fuß sei.
Ghislaine Maxwell auf freiem Fuß in Quebec?
Bei besagten Gerüchten handelt es sich um ein Video, das jüngst auf der Plattform Instagram hochgeladen wurde. Darin ist Ghislaine Maxwell – oder eine Frau, die dieser zumindest sehr ähnlich sieht – in den Straßen der kanadischen Stadt Quebec zu sehen.
In dem 13-sekündigen Clip nähert sich eine nicht näher identifizierte Person der Frau und fragt: „Ghislaine? Kenne ich dich? Du bist nicht Ghislaine?“ Die Frau antwortet: „Nein. Sorry.“ Die filmende Person sagt daraufhin: „Ich habe früher ständig Pizza bei ihr bestellt.“ Und sie habe „immer geliefert“.
Video stellte sich als Deepfake heraus
Beim Anschauen solch eines Videos stellt sich natürlich schnell die Frage: Wie kann eine verurteilte Verbrecherin auf freiem Fuß sein? Bekanntermaßen sitzt die Epstein-Komplizin zurzeit eine 20-jährige Haftstrafe ab, zu der sie im Juni 2022 verurteilt wurde. Die Anklageschrift lautete damals, Ghislaine Maxwell habe eine entscheidende „Rolle in einem Plan zur sexuellen Ausbeutung und zum Missbrauch mehrerer minderjähriger Mädchen“ mit Jeffrey Epstein „im Laufe eines Jahrzehnts“ gespielt.
Es ist also undenkbar, dass die inzwischen 64-Jährige außerhalb des Gefängnisses zu sehen ist. Die Sache klärte sich dann auch schnell: Das Video stellte sich als sogenannter Deepfake heraus, was der Ersteller selbst zugab. Es würde sich konkret um ein „Face Swap“ handeln.
Der Account, auf dem der Clip hochgeladen wurde, heißt clump.qc und dort ist das Video nach wie vor zu finden – es hat mittlerweile sieben Millionen Views, wurde tausendfach kommentiert und hat mehrere Nachrichtenartikel nach sich gezogen.
19-Jähriger entschuldigt sich für Video
Hinter dem Account steckt offenbar ein 19-jähriger Creator, der bereits zuvor Deepfake-Inhalte auf seinem Account veröffentlicht hatte. Die kanadische Presse berichtet zudem, dass der Inhaber des Accounts sich in einer Instagram-Story für das Video entschuldigt habe. So schrieb er: „Es war nie meine Absicht, Falschinformationen zu verbreiten, sondern satirische Inhalte zu erstellen, und es tut mir leid für alle, die darauf hereingefallen sind.“
Er fügte hinzu, dass er das Video nicht löschen werde. Als Begründung nannte er: „Es ist Instagram, keine Nachrichtenagentur.“ Zudem habe er hunderte Nachrichten bezüglich des Clips erhalten, darunter Drohungen und Beleidigungen.







