Sarah Engels siegt beim ESC – Jubel international, Kritik daheim

Sarah Engels fährt zum ESC nach Wien – doch ihr Sieg im Vorentscheid spaltet. Warum Reichweite und Performance jetzt entscheidend sind.

Am Samstag, dem 28. Februar, fand der Vorentscheid für den Eurovision Song Contest statt. Als Siegerin und deutsche Vertreterin beim ESC im Mai ging Sarah Engels aus der Show hervor. Die Reaktionen darauf fielen gemischt aus: Viele zeigten sich enttäuscht und führten ihren Sieg vor allem auf ihre Bekanntheit zurück.

Von DSDS zur Musikkarriere

Sarah Engels ist in Deutschland vor allem durch ihre Teilnahme an der Show „Deutschland sucht den Superstar“ bekannt. Dort trat sie dreimal an und erreichte 2011 das Finale. Damit begann ihre Musikkarriere: Direkt im Anschluss veröffentlichte sie ihr erstes Album „Heartbeat“. In den folgenden Jahren nahm sie mit ihrem damaligen Ehemann Pietro Lombardi, den sie ebenfalls bei DSDS kennengelernt hatte, weitere Lieder auf. Ihre Single „I Miss You“ im Duett mit Pietro Lombardi erreichte in Deutschland Platz zwei, in Österreich Platz sechs und in der Schweiz Platz 14 der Singlecharts. Das Duo trat häufig gemeinsam auf und veröffentlichte mehrere Alben, später auch auf Deutsch. Bekannt wurden sie jedoch nicht nur für ihre Musik, sondern vor allem für ihre TV-Auftritte und gemeinsamen Doku-Soaps.

Nach der Trennung wagte Engels einen Neuanfang unter dem Namen Sarah und nahm weiterhin deutschsprachige Musik auf. Auch dabei begleiteten sie Kamerateams. Song-Contest-Erfahrung hat sie ebenfalls: 2020 nahm sie am Free European Song Contest für Italien, das Heimatland ihrer Großeltern, mit der Single „Te amo mi Amor“ teil und belegte den dreizehnten Platz. Seit November steht sie in Köln im Musical „Moulin Rouge“ auf der Bühne.

Reichweite als Trumpf

Sarah Engels ist das Rampenlicht gewohnt – nicht nur musikalisch, auch im Reality-TV hatte sie zahlreiche Auftritte. Das war einer der Punkte, die ihr in der ESC-Vorentscheidung zugutekamen. Auf Instagram folgen ihr 1,8 Millionen Menschen; dort postet sie regelmäßig Videos und Clips aus ihrem Alltag sowie kleine Sketches. Neben ihrer Teilnahme an DSDS haben auch weitere Reality-Shows wie „Let’s Dance“ oder auch „The Masked Singer“ zu ihrer Bekanntheit beigetragen – insbesondere in Deutschland, aber auch in Österreich und der Schweiz. Auch wenn viele Reaktionen ihren Gewinn im Vorentscheid allein auf ihre Reichweite zurückführen, könnte ihr das im ESC-Finale durchaus zugutekommen.

Internationale Fans, heimische Kritik

Ihre Chartsplatzierungen in Österreich und der Schweiz sowie ihre Teilnahme am Free European Song Contest für Italien haben ihr internationale Bekanntheit verschafft. Nach ihrem Gewinn gratulierten ihr viele Leute auf Englisch. Besonders ihre Performance wird international gefeiert: „Deutschland hat endlich Eurovision verstanden!“, kommentierte ein Nutzer.

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Gleichzeitig gab es viel Kritik am Ausgang, besonders in Deutschland. ESC-Zuschauer:innen, insbesondere das jüngere Publikum, hätten teilweise lieber wavvyboi mit der Rockballade „black glitter“ im ESC-Finale gesehen. Viele bezeichneten „Fire“ als 0-8-15-Song und kritisierten zudem, dass er dem Song „Fuego“ von Zypern aus dem Jahr 2018 ähneln würde.

Ihre Performance wird dennoch auch von vielen gelobt – Bühnenerfahrung hat Sarah Engels in jedem Fall, und das zählt beim ESC besonders. Entscheidend ist vor allem die Meinung der Fans für das Finale am 16. Mai in Wien: Dort dürfen nicht nur die Jury, sondern auch das Fernsehpublikum für ihren Favoriten voten.