Hollywood erhebt sich gegen Warner-Paramount-Deal
1.500 Filmschaffende, darunter Fincher & Villeneuve, kritisieren die Paramount-Warner-Übernahme in einem offenen Brief. Was sie fordern.
Als bekannt wurde, dass das renommierte Hollywood-Studio Warner verkauft werden soll, erschütterte dies die gesamte Branche. Nach der Ankündigung entwickelte sich ein Tauziehen zwischen Netflix und Paramount um die mit dem Kauf verbundenen Rechte an verschiedenen Marken wie „Harry Potter“. Immer wieder kursierten neue Milliardenbeträge rund um die Übernahme. Am Ende machte Paramount das Rennen und erhielt den Zuschlag für 111 Milliarden US-Dollar. Die Einigung markiert die größte Medienübernahme der Geschichte. Genau diese bekommt nun jedoch Gegenwind aus der Industrie.
Offener Brief gegen die Übernahme
Die Übernahme durch Paramount steht kurz bevor und wird ohne Frage weitreichende Folgen für die Film- und Medienlandschaft haben – nicht nur in den USA, sondern weltweit. Über Jahre herrschte mit den sogenannten Big Five – Disney, Warner, Paramount, Sony und Universal – ein Gleichgewicht in Hollywood. Mit der Verschmelzung von Warner und Paramount dürfte dieses künftig aus den Fugen geraten.
Angesichts genau dieses Umstands regt sich nun Widerstand aus einem Teil der Filmindustrie. Ganze 1.500 Filmschaffende unterzeichneten einen offenen Brief, der die Einverleibung des Studios kritisiert. Darunter sind namhafte Regisseure wie David Fincher, Denis Villeneuve und J.J. Abrams.
Im Brief äußern Hollywoods Kreative ihre Bedenken gegenüber der geplanten Konsolidierung. So warnt der Brief vor schwindender Konkurrenz, der fortschreitenden Konzentration von Macht und Einfluss – die kartellrechtlich genehmigt werden müsste –, dem Verschwinden mittelgroßer Filme zugunsten weniger Blockbuster sowie schlechteren Verhandlungsbedingungen und Vergütungen für Arbeiter:innen in der Branche.
„Wir sind zutiefst besorgt über Anzeichen von Unterstützung für diese Fusion, die die Interessen einer kleinen Gruppe einflussreicher Stakeholder über das Gemeinwohl stellt. Die Integrität, Unabhängigkeit und Vielfalt unserer Industrie würden dadurch schwerwiegend beeinträchtigt.“
Politische Dimension
Die Dimensionen des Deals gehen jedoch über die Welt der Traumfabrik hinaus. Möglicherweise geht mit ihm ein politisches Interesse einher, da US-Präsident Donald Trump und Paramount-Chef David Ellison einander nahestehen. Wie das Branchenmagazin „Deadline“ anmerkte, könnte der Präsident der Übernahme damit gesetzliche Schranken aus dem Weg räumen.
Im offenen Brief heißt es weiter: „Wettbewerb ist unerlässlich für eine gesunde Wirtschaft und eine gesunde Demokratie. Ebenso wichtig sind durchdachte Regulierung und deren Durchsetzung. Die Medienkonzentration hat bereits eine der wichtigsten globalen Industrien Amerikas geschwächt – eine Industrie, die seit Langem die Kultur prägt und Menschen weltweit verbindet.“
Warner tut Bedenken ab
Die Milliardenübernahme betrifft mehrere weltbekannte Film- und Serientitel wie „Game of Thrones“, „Dune“ und auch „Der Herr der Ringe“. Warner erklärte, man bringe mit dem Deal lediglich komplementäre Stärken zusammen, um künftig noch mehr großartige Ideen innerhalb der genannten Filmuniversen umsetzen zu können. Die Bedenken der Filmschaffenden tut der Konzern damit ab.







