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Keine „urban music“ mehr: Führungskräfte der Musikindustrie fordern weitere Schritte zur Rassismus-Bekämpfung

Wie der Musikexpress am Freitag, den 5. Juni berichtete, hat die Universal Music Group eine Task Force und einen „Change Funds“ ins Leben gerufen, um Rassismus innerhalb und außerhalb des Unternehmens zu bekämpfen. Nun haben sich viele Führungskräfte und Mitarbeiter*innen der Musikindustrie in einem offenen Brief an die Leiter*innen von Plattenlabels gewandt, um weitere Forderungen zur Bekämpfung von Rassismus an die Branche zu stellen. Insbesondere die Verwendung des Wortes „urban“ als Musikgenre-Beschreibung soll gestrichen werden, verlangen die Unterzeichner*innen des Briefes.

Das Schreiben bezieht sich auf den Blackout Tuesday, der am vergangenen Dienstag aus Solidarität mit der „Black Lives Matter“-Bewegung stattfand und bei dem viele Musiklabels und weitere Akteur*innen der Branche teilnahmen. In dem Brief fordern die Teilnehmenden nun weitere Aktionen von den Labels. So heißt es in dem Text: „Die Musikindustrie profitiert seit vielen Generationen von der reichen und vielfältigen Kultur der Schwarzen, aber hat es versäumt, den strukturellen und systematischen Rassismus anzuerkennen, der genau dieselbe schwarze Gemeinschaft betrifft – so hat sie effektiv den Rhythmus genossen und den Blues ignoriert“ (im Englischen: „enjoying the rhythm and ignoring the blues“, also eine Anspielung auf das Genre R&B).

Der Brief wurde von der „Black Music Coalition“, „The Show Must Be Paused UK“, sowie von Mitarbeiter*innen u.a. von Warner, Universal, Atlantic, Columbia, Sony und Ministry of Sound unterzeichnet. Insgesamt haben die Unterzeichner*innen fünf Forderungen gestellt: Es soll obligatorische Antirassismusprogramme und Schulungen gegen unbewusste Voreingenommenheit für alle weißen Mitarbeiter*innen geben. Berufliche Entwicklungsmöglichkeiten für schwarze Mitarbeiter*innen sollen geschaffen und der Anteil an schwarzen Menschen in Führungspositionen verstärkt werden. Zur Bekämpfung von Rassismus sollen jährliche Geldbeträge an Organisationen und Projekte überwiesen werden. Zudem fordern die Unterzeichner*innen, dass der Begriff „urban music“ durch „black music“ ersetzt wird und eine Task Force eingerichtet wird, die die Ziele des Unternehmens in Bezug auf Diversität und Gerechtigkeit überprüft.



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