Sharon Osbourne marschiert mit ultrarechtem Aktivisten

Gemeinsam mit dem Far-Right-Kommentator Tommy Robinson will Sharon Osbourne gegen Einwanderung demonstrieren.

Sharon Osbourne ist offenbar dazu bereit, in der Einwanderungsfrage in Großbritannien Stellung zu beziehen. Die Witwe von Ozzy Osbourne plant dem Vernehmen nach, an einem Anti-Einwanderungsmarsch teilzunehmen.

Organisiert wird die Demonstration vom rechtsextremen Kommentator Tommy Robinson. Robinson, dessen richtiger Name Stephen Yaxley-Lennon lautet, hatte bereits im September des vergangenen Jahres auf dem Trafalgar Square in London eine ähnliche Kundgebung unter dem Motto „Unite the Kingdom“ veranstaltet, an der über 100.000 Menschen teilnahmen. Der neuen Marsch findet unter demselben Motto am 16. Mai statt.

Osbourne hat ihre Teilnahme quasi unter einem Social-Media-Aufruf zu der Demo bestätigt. Sie schrieb: „Wir sehen uns bei der Demonstration.“

„Wir haben genug von Migration, genug von Masseneinwanderung, wir haben genug von der Unterdrückung durch eine tyrannische Regierung“, erklärte Robinson in einem Instagram-Video zu der Veranstaltung. Er erklärte weiter, er wolle „London zum Stillstand bringen“. Robinson weiter: „Sie haben jahrzehntelang versucht, uns zum Schweigen zu bringen, aber wir lassen uns nicht länger zum Schweigen bringen.“

Lange Zeit lebte Osbourne mit ihrer Familie in den USA, kehrte erst 2025 auf die Insel zurück. Nun also der Versuch, sich politisch für eine Bewegung zu engagieren, die in Großbritannien die Sozial- und Gesellschaftspolitik auf den Kopf stellen will.

Gewaltbereite Demonstranten

Schätzungsweise 5000 antifaschistische Gegendemonstranten standen der von zahlreichen weiteren rechtsextremen Aktivisten angeführten „Unite the Kingdom“-Kundgebung im September gegenüber. Es gab damals 25 Festnahmen. 26 Polizisten wurden bei Krawallen verletzt. Wie der „Guardian“ herausstellte, wurden Gegendemonstranten stundenlang von Teilnehmern der Kundgebung eingekesselt. Auch Elon Musk nahm per Videoschalte teil, schimpfte über ein „Woke-Virus“, das die Hirne der Menschen vernebeln würde und rief dazu auf, sich dagegen zu wehren.

Weitere Details über die Neuauflage des Anti-Einwanderungsmarsches wurden noch nicht bekannt.

Politische Ambitionen von Sharon Osbourne

Es ist nicht neu, dass sich Sharon Osbourne für konservative bis rechte politische Ziele einsetzt. 2016 machte sie ihre Unterstützung für den Brexit öffentlich. Sie begründete dies mit der hohen Bevölkerungsdichte und der Notwendigkeit, sich „zuerst um das eigene Volk zu kümmern“. Ein Wendepunkt in diesen Fragen war auch ihre öffentliche Unterstützung für Piers Morgan nach dessen Kritik an Meghan Markle.

Osbourne hatte auch erklärt, sie wolle politisch aktiv werden, um zu verhindern, dass Personen mit kriminellem Hintergrund in den Stadtrat gewählt werden. Daraufhin wurde sie von den konservativen Tories eingeladen, in Birmingham für die Partei bei Wahlen anzutreten.

Nach dem Tod ihres Mannes Ozzy Osbourne erhielt Sharon überdies eine persönliche Beileidsbekundung von Donald Trump, die sie öffentlich als sehr respektvoll würdigte.

Marc Vetter schreibt freiberuflich unter anderem für MUSIKEXPRESS. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.