„Friends“-Enthüllung: Lisa Kudrow packt über Sexismus & Demütigungen aus

Lisa Kudrow packt aus: Sexistische Gespräche, verbaler Druck und ein toxisches Klima hinter den Kulissen von „Friends“ – was die Schauspielerin jetzt offenlegt.

Die Enthüllungen von Lisa Kudrow über die Arbeitsbedingungen hinter den Kulissen der Kultserie „Friends“ werfen ein neues Licht auf die Produktionskultur eines der erfolgreichsten TV-Formate der 90er– und frühen 2000er-Jahre. In einem aktuellen Interview sprach die Schauspielerin offen über abwertende Kommentare und ein toxisches Klima im Autorenraum.

Ein rauer Ton hinter den Kulissen

Gegenüber der „The London Times“ schilderte Kudrow ihre Erfahrungen während der zehn Staffeln umfassenden Laufzeit der Serie. „Es gab definitiv gemeine Dinge, die hinter den Kulissen passiert sind“, sagte sie. „Man darf nicht vergessen, dass wir vor einem Live-Publikum von 400 Leuten aufgenommen haben, und wenn man eine Zeile von einem dieser Autoren vermasselt hat oder sie nicht die perfekte Reaktion bekam, konnten sie sagen: ‚Kann diese Schlampe verdammt nochmal lesen? Sie bemüht sich nicht einmal. Sie hat meine Zeile versaut.‘“

Diese Aussagen zeichnen das Bild eines Arbeitsumfelds, in dem Druck, verbale Härte und sexistisches Verhalten offenbar zum Alltag gehörten. Interessant ist dabei Kudrows Hinweis auf die Geschlechterverhältnisse im Autorenteam.

Sexistische Gespräche im Writers‘ Room

Die Schauspielerin berichtete zudem von Gesprächen aus dem Autorenraum, die weit über professionelle Grenzen hinausgingen. „Im Autorenraum saßen die Männer bis spät in die Nacht und sprachen über ihre sexuellen Fantasien über Jennifer (Aniston) und Courteney (Cox). Es war intensiv.“ Die genannten Kolleginnen Jennifer Aniston und Courteney Cox gehörten wie Kudrow selbst zum Hauptcast der Serie.

Trotz dieser Erfahrungen versuchte Kudrow, sich emotional davon zu distanzieren. „Oh, es konnte brutal sein, aber diese Typen – und es waren größtenteils Männer – saßen bis 3 Uhr morgens da und versuchten, die Show zu schreiben, also war meine Einstellung: ‚Sagt hinter meinem Rücken, was ihr wollt, denn dann ist es egal.‘“

Frühere Vorwürfe

Die erneut diskutierten Zustände sind nicht völlig neu. Bereits Anfang der 2000er-Jahre hatte Amaani Lyle ähnliche Vorwürfe öffentlich gemacht. Sie arbeitete 1999 während der sechsten Staffel an der Serie und reichte später Klage gegen Warner Bros. Television ein. Lyle behauptete, dass im Autorenraum regelmäßig sexuelle und rassistische Bemerkungen fielen und sie als Assistentin gezwungen gewesen sei, alles zu protokollieren.

Der Fall gelangte schließlich vor Gericht, wo entschieden wurde, dass der derbe Ton Teil des kreativen Arbeitsumfelds sei. Die Klage wurde abgewiesen – ein Urteil, das bis heute kontrovers diskutiert wird.

Millioneneinnahmen trotz belastender Erfahrungen

Trotz der belastenden Erfahrungen profitiert Lisa Kudrow bis heute finanziell stark vom anhaltenden Erfolg von „Friends“. Durch Wiederholungen, Streaming-Deals und Lizenzierungen soll sie jährlich rund 17 Millionen Euro an Einnahmen erzielen. Die Serie bleibt damit nicht nur kulturell ein Dauerphänomen, sondern auch wirtschaftlich äußerst lukrativ für ihre Hauptdarsteller:innen.