„Kein ESC“: Pashanim bezieht Stellung zum Eurovision-Boykott

Der Berliner Rapper schließt sich dem ESC-Boykott an – und das ist für ihn ein ungewöhnlich klares politisches Zeichen.

Klare Ansage von Berliner Rapper Pashanim: Auch er bezieht in der Debatte um den diesjährigen Eurovision Song Contest Stellung. Denn viele Menschen wollen den Wettbewerb, der nächste Woche vom 12. bis 16. Mai stattfindet, boykottieren.

Kontroverse rund um den ESC

Schon in den letzten Jahren gab es rund um den ESC Kontroversen und politische Streitigkeiten. Die Teilnahme Israels am Songwettbewerb löste bereits 2024 und 2025 eine Welle von Protesten aus. Insbesondere das Verbot politischer Äußerungen stieß damals auf Unmut.

2026 hat sich daran wenig geändert. Weil Israel als Teilnehmer im Wettbewerb festeht, haben öffentlich-rechtliche Sender aus Spanien, Irland, Slowenien, den Niederlanden und Island ihre Teilnahme am diesjährigen ESC abgesagt und werden die Veranstaltung auch nicht übertragen. Die Forderung, Israel in diesem Jahr auszuschließen, wurde von der European Broadcasting Union, die den Contest organisiert, abgelehnt.

Das wird von vielen als unfair angesehen, da Russland die Teilnahme nach dem Angriff auf die Ukraine 2022 untersagt wurde – so schief die Vergleiche auch zu betrachten sind.

Offener Brief von über 1100 Künstler:innen

Auch viele Stars fordern ein Teilnahmeverbot Israels. In einem offenen Brief forderten mehr als 1100 Künstler:innen einen Boykott der Veranstaltung. Unterzeichnet haben unter anderem Peter Gabriel, Paul Weller und Brian Eno. Auch die ehemalige ESC-Gewinnerin Emmelie de Forest aus Dänemark hat unterschrieben.

Pashanims kurzes, aber deutliches Statement

Der Rapper Pashanim äußerte sich nun in einer Instagram-Story – wenn auch wortkarg, so doch umso dringlicher. Er schrieb: „Kein ESC“. Dem war nichts hinzuzufügen. Auf Anfrage der „Berliner Zeitung “ teilte sein Management mit, er müsse dazu nichts weiter ergänzen. Die Äußerung ist dennoch wirkungsvoll: Der Rapper hat eine große und sehr junge Fangemeinde. Seine deutliche Stellungnahme ist zugleich ungewöhnlich und deshalb besonders bedeutend, da Pashanim sich sonst selten politisch positioniert.

Im israelisch-palästinensischen Konflikt bezieht er jedoch klar Stellung. Er hatte bereits an einer Benefizveranstaltung für Gaza teilgenommen: Am 2. Dezember 2025 trat er als Headliner des „Berlin für Gaza“-Konzerts in der Columbiahalle auf. Die Veranstaltung sammelte Spenden für die humanitäre Versorgung der Zivilbevölkerung im Gazastreifen nach den israelischen Angriffen auf das Gebiet. Die Angriffe Israels erfolgten nach dem Massaker vom Oktober 2023, bei dem palästinensische Terroristen mehr als 1200 Israelis töteten.

Deutschlands Teilnahme gesichert

Die Teilnehmerin für Deutschland Sarah Engels bezeichnete den ESC unterdessen als „falsche Bühne, um tiefe politische Konflikte auszutragen“.

Welche Ausmaße der Boykott dieses Jahr annimmt und welche Auswirkungen dies auf die Zuschauer:innenzahlen haben wird, ist noch unklar. Das Finale des Wettbewerbs findet am 16. Mai in Wien statt. Deutschland ist mit Sicherheit dabei, da dem Land als Hauptsponsor des Contests ein fester Platz in der letzten Runde sicher ist.