Robyn über Sex, IVF und Tanzen: „Das ist ein Akt des Widerstands“
Mit 47, nach IVF und dem Ende einer langen Beziehung, ist Robyn trotziger denn je – und erklärt im Gespräch, warum Pop für sie heute politischer ist als je zuvor.
Robyns langersehntes neues Album ist trotzig, sinnlich und zutiefst menschlich – ein Soundtrack, zu dem es sich durch ungewisse Zeiten tanzen lässt. Wie Robyn mit SEXISTENTIAL neu definiert, was für Popmusikerinnen außerhalb der Mainstream-Maschine und jenseits von 40 möglich ist. Und warum sie eine der einflussreichsten Popkünstlerinnen der letzten 25 Jahre ist.
Zurück auf dem Dancefloor
Der Dancefloor ist immer noch der Schauplatz ihrer Musik. Im Video zu „Talk To Me“ scharrt sie wie ein Tier mit den Füßen und verdreht inmitten ihrer Tänzer ihren Körper zu verrückten Posen. Es ist eine dieser Szenen, nach denen man sich in Lockdown-Zeiten die Finger geleckt hätte. Schwarzes Leder, Kunstnebel, flackerndes Licht, viel Berührung. Und sie singt: „Damn, I’m feeling so sexistential!“
Robyn is back! An der Art und Weise, wie sich Menschen darüber in Social-Media-Posts, Kommentarspalten und Chats mit vielen Emojis und Großbuchstaben freuen, erkennt man gut, wie viel die schwedische Musikerin nach drei Jahrzehnten Karriere ihnen immer noch bedeutet. Selbst wenn sie wie jetzt ein paar Jahre komplett von der Bildfläche verschwindet – die Spuren, die Robyn in der popkulturellen DNA hinterlassen hat, sind tief und prägend. Für den Pop des 21. Jahrhunderts ist Robyn eine der großen Lichtgestalten. Eine, deren Einfluss man leicht übersehen oder unterschätzen kann. Aber ohne sie wäre die Popmusik nicht das, was sie heute ist.
Ein Album aus aufreibenden Jahren
SEXISTENTIAL ist Robyns erstes Studioalbum seit acht Jahren, in denen sie erst gar nicht und dann nur sporadisch als Gast in Songs von Jamie xx, S.G. Lewis, Neneh Cherry und Charli xcx auftauchte. Entstanden ist die Platte in emotional aufreibenden Jahren: nach dem Ende einer langjährigen Beziehung und während ihrer Entscheidung, als Single mithilfe von künstlicher Befruchtung ein Kind zu bekommen. 2022 wurde sie abseits der Öffentlichkeit Mutter von Sohn Tyko. Und dann war da ja auch noch die Pandemie.
„Ich glaube, ich habe Schweden bestimmt drei Jahre nicht verlassen“, sagt sie im Videointerview. Robyn ist zu Hause in Stockholm, in ihrem Haus mit Garten und wunderschönem Ausblick auf Seen und Schnee, Züge und Autos. „Es sieht ein bisschen aus wie eine Postkarte. Stockholm ist sehr schön zu dieser Jahreszeit.“ Jetzt, am Nachmittag, ist es aber schon dunkel, und Robyn sitzt in ihrem Wohnzimmer. Dicker grüner Wollpulli und Adidas Sweatpants. Ihr Smartphone hat sie auf den Couchtisch gestellt und sich davor auf den Teppich gesetzt. Im Hintergrund läuft auf einem Laptop eine Kindersendung – Beschäftigung für ihren Sohn, der krank geworden ist und sich nun außerhalb des Bildrands von bunten Cartoon-Figuren unterhalten lässt.
„Während des Lockdowns gab es zwar viele Einschränkungen, aber ich hatte viel Zeit im Studio und ein klares Gefühl für die Energie der Songs. Weil ich in dieser sehr spezifischen Situation war, in der so viel zusammenkam: die Pandemie, der Verlust von körperlicher Nähe, ein Album aufnehmen ohne reisen zu können, und mein Versuch, schwanger zu werden. Alles Dinge, die sich so komplex und unmöglich anfühlten. Das hat sich für mich zu einem Gefühl von Kontrollverlust verdichtet, aber auch zu einer großen Furchtlosigkeit. Ich musste sehr tapfer sein und da irgendwie durch, und das wirkte sich auf die Musik aus. Ich wusste, dass ich wieder ein richtiges Popalbum machen wollte. Das hatte ich ja eine ganze Weile nicht.“
Rückkehr zum klassischen Songwriting
Was Robyn meint, wenn sie „Popalbum“ sagt? „Klassisches Songwriting. Das hat mich bei HONEY gar nicht interessiert. Da war mein Prozess ganz anders, und es ging mir eher darum, mit den Songs Räume zu schaffen, in denen man das Zeitgefühl verliert.“ HONEY, ihr letztes Album, erschien 2018. Acht Jahre – das fühlt sich gemessen an der Geschwindigkeit von gesellschaftlichem Wandel und kulturellen Shifts wie eine Ewigkeit an. HONEY überraschte – auch damals schon nach einer längeren Pause – mit einem Sound zwischen warmen, atmosphärischen House-Beats und freien Songstrukturen, die wie ein therapeutischer Gegenentwurf zum hyperaktiven Pop der Streaming-Ära wirkten. Es war eine Platte, mit der sie aus dem Bereich der Heartbreak-Dancefloor-Banger ausscherte, mit denen man sie zuvor als Songwriterin vor allem in Verbindung gebracht hatte. Wenn überhaupt, gab es hier nur Anti-Heartbreak-Banger wie „Ever Again“, in dem sie mit einer Zeile die ganze Existenzberechtigung ihrer eigenen Pop-Schule in Frage zu stellen schien: „Never gonna be brokenhearted / Ever again“.
Trotzdem waren die Songs auf HONEY zwar ruhiger und fließender, weniger stampfend und four-to-the-floor – aber nicht minder kunstvoll in ihrer Art, mit scharfer Klinge und Humor moderne Gefühlswelten zu sezieren. Das neue Album ist die logische Fortsetzung: Wenn HONEY die Heilungsphase nach dem großen Herzschmerz war, dann ist SEXISTENTIAL die Wiederentdeckung der Lust – eine sinnliche, lebendige, ekstatische Platte, furchtlos in ihrer Ehrlichkeit.
Lust, Begehren und körperliche Autonomie
In neun Tracks gibt sich Robyn ganz dem Vergnügen, der Sanftheit und sexueller Erregung hin – verpackt in verletzlichen Club-Hits, wie sie so nur Robyn schreiben kann. Es geht um Lust und Dating-Apps, Sex Drive in den Vierzigern und Begehren in unsicheren Zeiten, IVF und körperliche Autonomie, darum, Softness zuzulassen und neugierig zu bleiben. Sexualität trifft auf existenzielle Fragen. „This shit is existential!“, rappt Robyn im Titeltrack.
„Das Album ist eine Reihe von Momentaufnahmen aus meinem Leben – ob es jetzt Sex oder Verlangen oder Stillen ist“, sagt Robyn. „Intime Momente, in denen ich Gefühle erforsche – die schönen und die schwierigen. Für mich fühlt es sich einfach nicht echt an, wenn Dinge einfach nur traurig oder einfach nur glücklich machen. Die Realität ist doch oft viel widersprüchlicher. Was mich inspiriert, ist der Kontrast zwischen beiden Seiten. Es ist eher ein Spiel als der Versuch, eine Art Wahrheit zu definieren.“
Klanglich ist SEXISTENTIAL eine Rückkehr zu dem Sound, den die meisten mit Robyn verbinden: emotional präziser, elektronischer Pop, der zu Hause auf dem Sofa genauso funktioniert wie auf einem Dancefloor. Den Großteil hat sie mit ihrem langjährigen Kreativpartner Klas Åhlund produziert. Auch der Hitproduzent Max Martin, den Robyn seit ihrer Zeit als schwedischer Teen-Popstar kennt, ist zum ersten Mal seit BODY TALK wieder für zwei Tracks dabei. Einer davon ist die Single mit dem eingangs beschriebenen, sexy Kunstnebel-Video.
„Talk To Me“ ist ein feuchtwarmer Pop-Banger, dessen Lyrics Robyn mitten im Lockdown schrieb und in denen sie am Telefon um verbale Assistenz bei der Masturbation bittet: „Hey so, this is a little awkward but / Talk to me / Yeah, I’m so close / I’m almost there / Want you to tell me / how to do it“.
„Ich mag gesprächsfreudige Menschen, das macht mich an“, sagt Robyn dazu – mit dieser nachdenklichen, fast sanften, aber sehr direkten Art, mit der sie jede Antwort gibt. Für eine Frau, deren Spezialität Pop-Banger sind, hat sie eine erstaunlich beruhigende Präsenz.
Dopamin, Kontrollverlust und Körpergefühl
In „Dopamin“ geht es um die neurochemischen Reaktionen des menschlichen Körpers beim Verlieben. „Dieses Gefühl, wenn man sich einfach vom Moment mitreißen lässt, auch wenn man weiß, dass das unvernünftig ist“, sagt sie lächelnd. „Ich glaube, die Menschen haben große Angst davor, die Kontrolle zu verlieren – zumindest war das bei mir so. Aber der Song soll daran erinnern, dass es etwas sehr Schönes ist, sich diesen extremen Emotionen hinzugeben.“ Ein passender Reminder für unsere heutige Zeit, in der sich die Jagd nach den Dopamin-Kicks eher online abspielt – Glücksrausch in kleinen, übersichtlichen Einheiten beim Scrollen und Swipen. Auf SEXISTENTIAL geht es um das genaue Gegenteil: um die Momente, in denen man nichts kontrollieren kann.
Wie zum Beispiel die chaotische Gefühlswelt und die Hormone auf Anschlag während des IVF-Prozesses: „My body’s a spaceship with the ovaries on hyperdrive / Got a whole universe inside that exists in between my thighs“, rappt sie in „Sexistential“, in dem es auch darum geht, wie es ist, wenn man beim Stillen auf Dating-Apps rumhängt. Der energiegeladene, charmant-skurrile Titeltrack entstand als Antwort auf eine Aussage von André 3000 in einem „GQ“-Interview von 2023, dass es als Popstar über 40 schwierig sei, interessante und trotzdem authentische Songs zu machen – schließlich wolle ihn doch niemand über seine Darmspiegelung rappen hören. Robyn lacht und sagt, sie hätte gerne so einen Song. „Das war mein Stichwort“, erinnert sie sich. „Genau das muss ich machen. Darüber rappen, was in meinem Leben über 40 passiert! Einen Song über IVF schreiben!“
In „Sexistential“ geht es um eine ganz andere Repräsentation von Geburt und Mutterschaft. Im Refrain heißt es: „I like to go out, wear something nice and push“ – wobei sich das „and push!“ sowohl auf den Akt der Geburt als auch auf sein spirituelles Äquivalent auf der Tanzfläche bezieht: alles zu geben, bis zur Erschöpfung. Für Robyn sind diese Momente miteinander verbunden – körperlich, intensiv, metaphysisch und einzigartige Gelegenheiten, die Kraft des eigenen Körpers zu verstehen.
Was andere dazu zu sagen haben – und wie immer ist das eine ganze Menge, wenn es um den Körper und die Sexualität einer Frau geht –, ist Robyn egal. Entweder hält man Schritt mit diesen trotzigen, sexy Songs und all der menschlichen Messiness, oder eben nicht. Wer nicht tanzen will, soll nicht in ihren Club kommen.
Von der Major-Label-Maschine zur Independent-Ikone
Diese Kühnheit ist nicht neu, sondern ihr Markenzeichen. Robyn war nie einfach nur Popsängerin – sie war immer ein Gefühl, eine Haltung, eine Art zu leben und dem Leben zu begegnen. Robyn ist jetzt 47 und macht diesen Job seit 30 Jahren. Die ersten zehn davon verbrachte sie als Teen-Popstar in der fein abgestimmten Major-Label-Maschine. Mitte der Nullerjahre begann sie ihre zweite Karriere als Independent-Ikone, die, wie der britische „Guardian“ 2018 titelte, „den Pop verändert hat“.
Aber noch mal von vorne: Geboren 1979 als Robin Miriam Carlsson, wächst sie in Stockholm auf und wird mit 14 bei einem Schulkonzert entdeckt und von BMG Schweden gesignt. In dieser Zeit arbeitet sie zum ersten Mal mit Max Martin zusammen, der von seinem Stockholmer Studio aus mit Hits für die Backstreet Boys und *NSync die Weichen für die Zukunft des Pop stellt und heute zu den prägendsten Soundarchitekten des 21. Jahrhunderts gehört.
Ihr Debütalbum ROBYN IS HERE wird 1997 mit Hits wie „Show Me Love“ ein internationaler Erfolg. Als das US-Label Jive ihr einen Plattenvertrag anbietet, lehnt sie ab. In Schweden erscheinen noch zwei weitere Alben: MY TRUTH (das wegen zwei Songs über eine Abtreibung vom US-Label abgelehnt wird) und DON’T STOP THE MUSIC.
Robyn ist vom Musikbusiness frustriert, als sie 2003 bei einer Writing Session das Avantgarde-Elektropop-Duo Karin und Olof Dreijer alias The Knife kennenlernt. Zusammen schreiben sie „Who’s That Girl“ – einen selbstbewussten, funkelnden Elektropop-Song, in dem sich Robyns Zukunft außerhalb der großen Label-Maschine zum ersten Mal abzeichnet. Hier singt sie: „Good girls are happy and satisfied / I won’t stop asking until I die“.
Die Erfahrung mit The Knife wird zum Wendepunkt. 2005 verlässt Robyn ihr Label und gründet ihr eigenes: Konichiwa Records. Sie beginnt mit dem Indie-Musiker Klas Åhlund zu schreiben – geschmeidige Synthpop-Songs wie „Be Mine“ oder „With Every Heartbeat“, die emotional komplex und hyper-spezifisch sind und elektronischer und aufregender klingen als all das, was man damals unter Pop versteht. Robyn ist nicht wie Katy Perry oder die Pussycat Dolls. „Ich wollte Popmusik machen, die sich nach echten Menschen anfühlt“, sagt sie. Mit ROBYN, ihrem ersten Album als Independent Artist, ebnet sie damals den Weg zu einem neuen „Poptimismus“ – dem Shift weg von der Denkweise alter Musikkritiker:innen, dass Pop weniger „authentisch“ oder „deep“ sei als Rock, und hin zu einer Renaissance von Pop als ernst zu nehmender Kunstform. Robyn finden sogar die Indie-Nerds von „Pitchfork“ gut, bei denen damals eigentlich keine Popplatten auftauchen.
BODY TALK: Die Blaupause für einen neuen Pop
Die wahre Revolution steht aber erst noch bevor: 2010 erscheinen drei EPs, die schließlich zu dem Album zusammengefasst werden, das Robyn zu einer der einflussreichsten Popkünstlerinnen der letzten 25 Jahre machen soll. BODY TALK ist die Blaupause für einen neuen, originellen, elektronisch aufgeladenen und emotional aufreibenden Pop. Robyn perfektioniert die Verschmelzung von intimem Songwriting und der Ekstase von Dancemusic. Die Tanzfläche wird zum Ort für gebrochene Herzen – auf eine empowernde Art. Bei Robyn hat jedes noch liebeskranke lyrische Ich eine subversive Handlungsfähigkeit. Sehnsucht ist nichts Unterwürfiges. Und Schmerz nichts, was man nicht – wenigstens für den Moment – zu hämmernden Synthesizern und Strobolicht wegtanzen kann.
Deswegen bedeuten ihre Songs so vielen Millionen von Menschen so viel – einschließlich der Autorin dieses Textes und vieler ihrer Freund:innen. In Momenten, in denen alles zu zerbrechen schien, haben Robyns Songs sie aufgefangen und durch Heartbreaks, Enttäuschungen, unerwiderte Gefühle und verkorkste Nächte getragen. Kein Song steht dafür so sehr wie „Dancing On My Own“ – ihr größter Hit und der vielleicht beste Popsong der 2010er-Jahre.
Es ist diese intensive Energie, die man von Rihannas „We Found Love“ und Carly Rae Jepsens „Call Me Maybe“ über Ariana Grandes „Love Me Harder“ und Taylor Swifts „Welcome To New York“ bis hin zu Lorde und Charli xcx verfolgen kann. Ohne BODY TALK kein MELODRAMA. Ohne Robyn kein BRAT. Dass Charli xcx Robyn als Gast auf ihr giftgrünes Remix-Album holte, ist kein Zufall, sondern eine Hommage.
Sucker for Love: Der Archetyp kehrt zurück
Der Generationsaustausch ist allerdings nicht einseitig. Robyn sagt: „In gewisser Weise fühle ich mich der Generation von Charlis Altersgruppe näher als den Leuten, mit denen ich angefangen habe. Da gibt es diese Flexibilität, diese fließende Art, über Popmusik nachzudenken, die ich großartig finde. Und sie hat mich inspiriert, in den neuen Songs konkreter und persönlicher zu werden – vielleicht persönlicher als ich es je war.“
Im Grunde, sagt sie, gehe es auf SEXISTENTIAL um die gleichen Themen wie damals auf BODY TALK. „I’m just a sucker for love“, singt sie in einem der neuen Songs. Und in ihrem Wohnzimmer in Stockholm lehnt sie sich auf ihre Ellenbogen vor und sagt: „Ich hätte nicht gedacht, dass ich je wieder zu diesem Archetyp zurückkehren würde, zu dieser einsamen Figur, die über gescheiterte Liebe singt. Es war mir erst peinlich, als ich gemerkt habe, dass ich wieder über diese Dinge schreibe, die ich so satt hatte. Aber diesmal ist es anders: Ich konnte das mit einem Gefühl von Stolz angehen. Und auch mit einer Art… ich weiß nicht…“ Robyn überlegt einen langen Moment. „Mit einer Art rebellischer Aufsässigkeit, die ich früher hatte, dann aber ein wenig verloren habe. Mir ist klar geworden, dass dieser Moment, um den es in „Dancing On My Own“ geht, eine wichtige Fähigkeit ist. Ein Moment der Einsamkeit auf dem Dancefloor, in dem du dich spürst und dich entscheidest, dich selbst zu akzeptieren. Daran wollte ich anknüpfen.“
In einer Zeit der politischen Dauerkrisen und kulturellen Erschöpfung zwischen Nostalgiezyklen, Streaming und KI-Hyperproduktion öffnet Robyn Pop als radikal emotionalen Raum, in dem Softness keine Schwäche, sondern das Ziel ist. In „Sucker For Love“ singt sie: „You think I’m soft / Like that’s a flaw somehow / You’ve got me figured out / I’m not that tough / Who wants to be that way“.
Vor allem will das Album uns zurück in den Club holen – und zurück in unsere Körper. Was das Körpergefühl angeht, könnte SEXISTENTIAL Robyns bisher politischstes Album sein. „Wir brauchen diese Reminder daran, rauszugehen und zu tanzen und uns zu berühren“, sagt sie. Oder wie es in einer Pressemitteilung zum Album heißt: Der Sinn ihres Lebens sei es, horny zu bleiben. Was Robyn damit meint, ist aber nicht nur Sex. „Es geht darum, neugierig zu sein“, sagt sie am Ende des Interviews. „Es geht darum, mir Raum und Zeit zu nehmen, Lust und Freude zu empfinden. Und es geht darum, sich das nicht kaputt machen zu lassen.“
„Es ist ein Akt des Widerstands. Aber es macht auch einfach Spaß.“ Es könnte gut sein, dass das genau die Art von Pop ist, die wir 2026 brauchen.





