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Ennio Morricone will den deutschen „Playboy“ wegen angeblichem Fake-Interview verklagen

Update: 13. November 2018, 9:20 Uhr. 

Ennio Morricone ist einer der größten Komponisten für Filmmusik, 2007 wurde er für sein Lebenswerk mit einem Oscar ausgezeichnet. Im Wettbewerb um einen Award gewann er erst einige Jahre später für seine Musik zu „The Hateful Eight“, einen Film von Quentin Tarantino. 2016 war das.

Eben jenen Tarantino hat Morricone, 90, nun in einem Interview mit dem deutschen Playboy Magazin heftig beschimpft. In der Dezember-Ausgabe des Playboy erschienen vor wenigen Tagen Statements des Komponisten, in denen er Tarantinos Filme als „Müll“ bezeichnet. Auszüge aus dem Interview veröffentlichte der Playboy bereits vorab auf seiner Website. Tarantino würde laut Morricone nur Inhalte zusammenklauen und hätte keineswegs die Größe vergangener Filmemacher.

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„Dann kann er mich mal“

Er ruft wie aus dem Nichts an und will dann innerhalb von Tagen eine fertige Filmmusik haben. Was unmöglich ist. Was mich rasend macht! Denn das geht einfach nicht. Und da mache ich nicht mehr mit. Das habe ich ihm schon beim letzten Mal gesagt. Aber beim nächsten Mal bleibe ich hart. Dann kann er mich mal“, wird der Italiener zitiert.

Auch die Oscar-Verleihung redete der Komponist laut Playboy schlecht. Die Verleihung 2016 sei für ihn furchtbar gewesen, generell klingt in den Zitaten eine Abneigung gegen die USA durch: Morricone habe „keine Lust mehr, in dieses fürchterliche Amerika zu reisen mit diesen aufgeblasenen Wichtigtuern, diesen Peinlichkeiten wie den Oscars und dem ganzen Firlefanz“.

Das Interview sorgte für Schlagzeilen, mit den harschen Worten gegen Tarantino und die Filmbranche hatte niemand gerechnet. Und – so sieht es mit Stand Sonntagabend aus – selbst der Komponist nicht. Ennio Morricone hat ein Statement veröffentlicht, indem er dem Playboy Magazin Deutschland mit rechtlichen Schritten droht. Er beteuert außerdem, dass er Tarantino für einen großartigen Regisseur halte und sagt, dass er dem Playboy Deutschland überhaupt kein Interview gegeben hätte – zumindest in einem ersten Statement.

Das gesamte Statement des Komponisten im Original (via Indiewire) könnt Ihr nachfolgend nachlesen. Update: Das Statement hat sich wenig später noch einmal verändert, Morricone sprach nun nicht mehr davon, dass er niemals ein Interview gab. In einem Facebook-Posting heißt es nun, dass er „nur“ diese Aussagen nicht getroffen habe: 

It has come to my attention that Playboy Germany has come out with an article in which I have called Tarantino a cretin and consider his films garbage. This is totally false. I have not given an interview to Playboy Germany and even more, I have never called Tarantino a cretin and certainly do not consider his films garbage. I have given a mandate to my lawyer in Italy to take civil and penal action.

I consider Tarantino a great director. I am very fond of my collaboration with him and the relationship we have developed during the time we have spent together. He is courageous and has an enormous personality. I credit Tarantino for being one of the people responsible for getting me an Oscar, which is for sure one of the greatest acknowledgments of my career, and I am forever grateful for the opportunity to compose music for his film.

In London, during a press conference in front of Tarantino, I clearly stated that I consider Quentin one of the greatest directors of this time.

Ennio Morricone

 

Update: Am Montagabend hat sich ein Sprecher des Playboy gemeldet. Das Magazin weist die Vorwürfe zurück. (Hier geht es zur Meldung) 

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