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Ariel Pink: Das Gericht entscheidet zu Gunsten seiner Ex-Freundin

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Im August des vergangenen Jahres reichte Ariel Pink eine Einstweilige Verfügung gegen seine Ex-Freundin Charlotte Ercoli Coe ein. Am Mittwoch (6. Januar 2021) wurde diese schließlich abgewiesen.

Am Tag der Ausschreitungen (Mittwoch, 6. Januar 2021) strich Richterin Laura Cohen Pinks Antrag des Kontaktverbots. Sie verwies dabei auf mehrere vergangene mutmaßliche Missbrauchsfälle des Musikers. Zu diesen zählte unter anderem ein Vorfall im Jahr 2017, bei dem Pink Coe bei einer Live-Show betrunken unsittlich berührt habe. Nachträglich schrieb er im Jahr 2017 dazu auf Twitter: „Ich bin taub und nicht sensibel genug, um die wirkliche Notlage der Frauen in diesen Tagen zu erkennen. Mein Verhalten auf der Bühne war grob und ich kann es nicht verteidigen.“

Ein weiterer Grund der Ablehnung

„Pitchfork“ berichtet, dass Pinks Ex-Freundin Charlotte Ercoli Coe in der vergangenen Woche vor einem Gericht in Los Angeles gegen ihn ausgesagt habe. Sie berichtete von körperlichem und sexuellem Missbrauch. Noch am selben Tag entschied das Gericht gegen den Musiker.

„Ich fühlte mich durch die #MeToo-Bewegung gestärkt und fand im Juli 2020 endlich die Kraft, den Missbrauch anzuprangern“, sagt Coe in ihrer Erklärung. „Auf Twitter erklärte ich, dass ich so lange Angst hatte, mich zu äußern, aber ich fühlte mich gezwungen, meinen Anhängern zu sagen, dass [Pink] in der Tat ein Missbrauchstäter ist.“

Neben Charlotte Ercoli Coe, hält auch Keith Abrahamsson, Mitbegründer des Labels „Mexican Summer“ den Musiker für gefährlich. So schrieb er über Ariel Pink: „Ich denke, dass er andere Menschen in Gefahr bringt.“

Ariel Pinks Einstweilige Verfügung

Ebenfalls liegen „Pitchfork“ die Gerichtsdokumente aus August 2020 vor, in denen Ariel Pink seine Verfügung beantragt hatte. Dort heißt es, dass Coe den Musiker belästigt habe, indem sie „fälschlicherweise behauptete, er sei ein sexuelles ,Raubtier‘. Gegenüber gemeinsamen Freunden und Pink habe sie fälschlicherweise behauptet, er habe vor fast drei Jahren sexuelle Vergehen begangen. Für die habe sie gedroht, Pink bei den Polizeibehörden anzuzeigen.“

Außerdem behauptet er in der Verfügung, Coe habe mit ihren Falschaussagen versucht ihn „gegenüber seinem Plattenlabel und seinen finanziellen Unterstützern sowie gegenüber den Medien zu erpressen“.

Zusätzlich zu seinem Antrag forderte Pink 4.100 US-Dollar Anwalts- und Gerichtskosten und den Rückhalt aus den Medien.

Erst in der vergangene Woche (am Mittwoch, 6. Januar 2021) stand Ariel Pink in den Schlagzeilen – Grund war die Teilnahme an den Demonstrationen vor dem US-Kapitol, in denen gewaltsame Ausschreitungen stattfanden. Zusammen mit Lo-Fi-Pop-Sänger John Maus und Produzentin Alex Lee Moyer wurde er in Washington D.C. gesehen. Nach Aussagen von Pink hätten sie jedoch nur an der friedlichen Kundgebung teilgenommen. Allein diese war jedoch Grund genug, dass sich sein Label „Mexican Summer“ noch in derselben Woche (8. Januar 2021) von ihm trennte.


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