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Ausgeartete Drogenkultur: Londoner Club „Fabric“ muss endgültig schließen

Anfang August musste der Londoner Techno-Club Fabric schließen, weil zwei 18-jährige Besucher aufgrund einer Drogenüberdosis gestorben waren. Nachdem dem Club die Lizenz für vorerst 28 Tage entzogen wurde, hat das verantwortliche Islington City Council nun beschlossen, dass das Fabric für immer geschlossen bleiben soll.

Grund ist die „Drogenkultur“, gegen die der Club laut den Behörden nicht gründlich genug vorgegangen ist. „Das Ausmaß des Drogenkonsums war so hoch, dass das Sicherheitspersonal und die Mitarbeiter nicht nur den Konsum selbst, sondern auch den Effekt des Konsums bei einer so großen Nummer von Besuchern hätten observieren sollen“, wird im Statement des Stadtrats begründet.

Die Clubbetreiber selbst äußerten sich zum Beschluss der Behörden wie folgt: „Fabric ist extrem enttäuscht von der Entscheidung des Islington Councils, unsere Lizenz zu entziehen. Dies ist ein außerordentlich trauriger Tag für uns und alle, die uns unterstützt haben, insbesondere für die 250 Mitarbeiter, die nun ihren Job verlieren. Den Club zu schließen ist nicht die Antwort auf die Drogenprobleme, die Clubs wie unserer zu verhindern versuchen und (dies) ist ein beunruhigender Präzedenzfall für die Zukunft von Londons Nachtwirtschaft“.

Kooperation

In den vergangenen vier Jahren gab es sechs Drogentote im Club, fünf davon waren unter 25. Würde Fabric geöffnet bleiben, so die Behörden, würde es noch mehr Tote durch Drogenkonsum geben. Die Durchsuchungen durch Sicherheitskräfte wären zu fahrlässig gewesen, zudem soll offen mit Substanzen auf dem Gelände des Clubs gehandelt worden sein.

Schon vor zwei Jahren stand Fabric nach einem Tod durch Drogen vor einem Aus. Electronic Beats berichtet hingegen, dass der Vorfall im August dieses Jahres nur als Grund für die Schließung vorgeschoben wird, um ein 200 Millionen Pfund teures Projekt des Museum Of London an dem Standpunkt bauen zu können.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan äußerte sich via Facebook zu der Schließung. Er hatte sich zuvor bereits unter einer Petition gegen für den Erhalt des Clubs ausgesprochen. Die Petition mit dem Titel „Save London’s nightlife. Stop the closure of fabric.“ hat fast 150.000 Unterschriften erhalten.

Auch viele DJs und Künstler aus dem Umfeld des Clubs solidarisierten sich via Twitter:

Der Beschluss der Behörden könnte Einfluss auf die restliche Clubszene Großbritanniens haben. Das 1999 gegründete Fabric zählte neben dem Berliner Berghain zum bekanntesten Techno-Club der Welt.

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