Autumn Durald Arkapaw: Oscar für beste Kamera bei „Sinners“

Autumn Durald Arkapaw gewann den Kamera-Oscar für „Sinners“ – als erste Frau überhaupt in dieser Kategorie. Was ihr Sieg für Diversität in Hollywood bedeutet.

Zum 98. Mal fand die Oscar-Preisverleihung in Los Angeles statt. Zum ersten Mal wurde dabei eine Frau mit dem Preis für die beste Kamera ausgezeichnet.

Historischer Oscar

Autumn Durald Arkapaw gewann am Sonntag den 15. März, den Oscar für ihre Arbeit an dem Film „Blood & Sinners“. Die 46-Jährige ist damit nicht nur die erste Frau, die mit einem Oscar als beste Kamerafrau geehrt wurde, sondern auch die erste Woman of Color. Die Schwarze filipinisch-amerikanische Filmemacherin sprach bereits vor der Verleihung in Interviews über ihren Werdegang und die Möglichkeiten für Women of Color in der Kamerabranche. Als sie sich entschied, Kamerafrau zu werden, suchte sie lange nach weiblichen Vorbildern.

Zusammenarbeit mit Ryan Coogler

Ihre erste größere Produktion war Gia Coppolas „Palo Alto“. Später war sie führende Cinematografin des Marvel-Blockbusters „Black Panther: Wakanda Forever“ unter der Regie von Ryan Coogler. Coogler, ebenfalls der Regisseur des oscarnominierten Films „Sinners“, legt Wert auf Diversität. „Wenn ich mich am Set umgeschaut habe, sah ich Menschen, die aussehen wie ich. Das hieß, ich konnte ich selbst sein.“, erzählte Arkapaw. Dies habe sie bestärkt.

Vierte Nominierung in der Kategorie – erster Sieg

Arkapaw ist die vierte Frau, die in dieser Kategorie für den Oscar nominiert wurde. Die vorherigen Nominierten Rachel Morrison, Ari Wegner und Mandy Walker konnten den Preis nicht gewinnen.

In ihrer Dankesrede ehrte sie Cast und Crew des Films sowie ihre Vorbilder Ellen Kuras und Rachel Morrison, erwähnte ihre Familie und forderte alle Frauen im Raum auf, aufzustehen. „Ich will, dass alle Frauen in diesem Raum aufstehen, denn ohne euch wäre ich nicht hier“, sagte sie unter tosendem Beifall der Frauen in der Halle.

Mit ihrem Oscar-Gewinn setzte sie sich gegen Darius Khodji („Marty Supreme“), Michael Bauman („One Battle After Another“) und Adolpho Veloso („Train Dreams“) durch.

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Der Film: „Sinners“

„Sinners“ ist ein Vampirfilm, der Gesellschaftskritik über Rassismus in den USA mit Horror-Genreelementen verbindet. Der Film spielt in den 1930er Jahren im Mississippi Delta und erzählt die Geschichte zweier afroamerikanischer Zwillingsbrüder, die in ihrer ehemaligen Heimat einen Neuanfang wagen wollen – bis ihre Pläne von Vampiren durchkreuzt werden.

Seine besondere visuelle Ästhetik erhält der Film durch den Einsatz von IMAX-Kameras. Im Interview mit der New York Times sagte Arkapaw: „Wir sehen keine Filme, die so gemacht werden – von Menschen, die so aussehen wie wir, in diesem Format. Wir alle hatten sehr viel zu verlieren.“

Vier Oscars für Sinners

Verloren haben sie nicht. „Sinners“ war bei der diesjährigen Academy-Awards-Verleihung in 16 Kategorien nominiert und gewann in vier Kategorien. Neben dem Oscar für die beste Kamera erhielt der Film die Auszeichnungen für das beste Originaldrehbuch und den besten Score; Michael B. Jordan gewann den Oscar als bester Hauptdarsteller.