Blackpink für die Umwelt und BTS für die UNO: Wenn K-Pop die Welt retten will

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K-Pop und Politik – das war schon immer ein zweischneidiges Schwert. Einerseits wird der internationale Erfolg oft als „Soft Power“ der südkoreanischen Demokratie und Werbung für selbige betrachtet – womit er eine politische oder vielleicht besser diplomatische Note bekommt. Andererseits zielt K-Pop stets auf die breite Masse und kann es sich nicht erlauben, bei gesellschaftlichen Reizthemen zu klar Stellung zu beziehen.

Und trotzdem versuchen die großen Player genau das hin und wieder. Meistens in Themenfeldern, die zwar dringlich sind, aber bei ihren Fans wenig Diskussionen auslösen dürften und ein „safe bet“ sind. Unterschätzen sollte man dieses Engagement allerdings mitnichten. Denn diese Acts können eine immense Reichweite generieren und haben oft eine sehr engagierte, online-aktive Fanbase im Rücken.

Blackpink und die Weltklimakonferenz

Zwei Beispiele aus jüngster Vergangenheit sind dabei besonders interessant. So brachte ein politischer Cause, der allerdings von YouTube maßgeblich forciert wird, die vier Blackpink-Member zum ersten Mal seit vielen Monaten wieder vor einer Kamera zusammen. Für die Kampagne „Dear Earth“ sprachen Blackpink über die Dringlichkeit, den Klimawandel endlich anzugehen. Hier sieht man, was auch das zweite Beispiel deutlich machen wird: Den perfekt geschulten Entertainerinnen kauft man das staatsmännische, seriöse Auftreten sofort ab.

Natürlich bleibt ein Beigeschmack, wenn ein K-Pop-Act über Nachhaltigkeit und Plastikmüll spricht. Ein Business, das Tonnen an Plastik-Merch und CD-Boxen-Killefit verkauft und in Pandemie-freien Zeiten eine immense Tourmaschinerie am Laufen hält, wird in Zukunft schon Konkreteres anbieten müssen, als schöne Reden. Trotzdem ist es ein starkes Statement, wenn die größte Girlgroup der Welt mit einem Video explizit Druck aufbauen will für die Weltklimakonferenz in Glasgow Anfang November. Ein schönes Performance-Video ihrer Ballade „Stay“ gab es bei der Aktion dann auch noch:

BTS und ihr Engagement für die UNO

Noch staatstragender traten RM, Jin, Suga, j-hope, Jimin, V und Jungkoo von BTS Ende September in New York auf. Die Band durfte nicht nur im Headquarter und im großen Sitzungssaal der UNO singen und tanzen, sie gaben zudem für den für den YouTube-Channel der UNO ein Interview – an der Seite des koreanischen Präsidenten Moon Jae-in. BTS wollen mit ihrem Engagement für die „Sustainable Development Goals“ der UNO werben – die 17 Nachhaltigkeitsziele, die man bis zum Jahr 2030 umsetzen will (und die man hier einsehen kann).

BTS und die UNO habe jedoch eine gemeinsame Geschichte, die ein paar Jahre zurückreicht. Schon 2018 hielten BTS im gleichen Saal eine Rede über den Launch von „Generation Unlimited“, ein globaler Zusammenschluss, der dafür sorgen möchte, dass junge Menschen auf der ganzen Welt Chancengleichheit in Bildung und Beruf erfahren können. BTS nutzen dabei nicht nur ihre immense Reichweite, sie betonen auch die Werte, die ihre Fan-Community ARMY verbreitet und das politische Engagement vieler Fans – das man ja zum Beispiel im Trump-Wahlkampf gesehen hat.


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