Videopremiere: Don Marco & die kleine Freiheit hinterfragen den „Fahrscheinkontrolleur“

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Bei Don Marco & die kleine Freiheit handelt es sich um das aktuelle Projekt von Markus Naegele, der nun nach zwei englischsprachigen Alben als Songwriter, Sänger und Gitarrist der Indie-Garage-Rockband Fuck Yeah! auf Deutsch singt. Zur Seite stehen ihm dabei Kristof Hahn (Swans), Tim Jürgens (Superpunk, Liga der gewöhnlichen Gentlemen), Philip Bradatsch sowie seine beiden Fuck-Yeah-Bandkollegen Nick Buttermilch und Kevin Ippisch.

Im September 2020 feierte das Video zu ihrer Debütsingle „Nervös“ bei uns Premiere. Am 29. Januar 2021 erschien ihr Debütalbum GEHST DU MIT MIR UNTER. ME-Redakteur Thomas Winkler schrieb darüber in seiner Rezension: „Nägele, irgendwie auch schon immer zugange in Hamburg als Booker, Journalist, Lektor oder mit seiner Band Fuck Yeah!, hat für den großen Auftritt von Don Marco & Die kleine Freiheit erstmals deutschsprachige Songs geschrieben und bringt nun das blöde Problem mit dem Kapitalismus und warum wir den ums Verrecken nicht wieder loswerden, auf den Punkt: „Wie soll das geh’n? Geld kann niemand widersteh’n“. Weil dazu die gute alte Rockmusik wieder ran darf, inklusive Balladen, Stadion-Hymnen und der ganz großen Geste, kommt es dazu, dass die Willy-Brandt-SPD noch mal das Rocken lernt. Dass es der Beerdigungs-Soundtrack für die altehrwürdige Partei sein könnte, das ist nicht die Schuld von Markus Nägele.“

Nun erscheint am 19. November ein neuer Song von Don Marco & die kleine Freiheit. Die Vinyl-und Digital-Single „Fahrscheinkontrolleur“ fungiert als erster Vorbote für ihr neues, noch namenloses Doppelalbum, das 2022 erscheinen soll. Das Video dazu hat Stefan Emmerichs gedreht, es feiert hier und jetzt bei uns Premiere.

Videopremiere: Don Marco & die kleine Freiheit – „Fahrscheinkontrolleur“

Da Nägele nicht nur Musiker, sondern auch Booker, Journalist, Lektor ist, hat er einen Pressetext über seine neue Single selbst verfasst. Er schreibt über die Entstehung von „Fahrscheinkontrolleur“:

»Mit dem Debütalbum „Gehst du mit mir unter“ haben Don Marco & die kleine Freiheit vielleicht nicht gleich die Musikwelt auf den Kopf gestellt, aber doch eine erste markant duftende Duftmarke hinterlassen. Vom Hoch-Feuilleton über die amtliche Musikpresse bis zur Brigitte und die Punk-Fanzines wurde das Album wahrgenommen. Und so geht der Don mit Unterstützung einer erstaunlichen Entourage an Mitstreitern voller Elan in die zweite Runde. Und bevor das zweite Album 2022 ins Rennen geschickt wird, gibt es bereits diesen Herbst ein erstes lautstarkes Zeichen in Form einer knallroten 7“-Single. Auf der A-Seite knallt der Zwei-Akkord-Disco-Stomper „Fahrscheinkontrolleur“ mit Drum & Bass-Triebkraft und wellenförmigen Moog-Spielereien ordentlich rein. Plastic Bertrand meets Alte Deutsche Welle. Es darf gehüpft werden. Es lässt sich nicht mehr wirklich sagen, woher die Idee oder Inspiration für diesen Song herrührt. Weder ist der Don ein professioneller Schwarzfahrer, noch hat er besonders traumatische Erfahrungen mit Fahrscheinkontrolleuren gemacht. Okay, als Jugendlicher musste er oft lange Strecken von Dietzenbach nach Frankfurt mit dem Bus zurücklegen. Und da er all sein bescheidenes Taschengeld in Schallplatten investierte, hielt er eine Zeitlang je nach Lage der Dinge das elterliche Fahrgeld für den Bus zurück und fuhr dann und wann eben ohne Fahrschein. Dabei entwickelte er gewisse Taktiken und ein Gespür für besondere Strecken und Uhrzeiten. Und natürlich ein Auge für verdächtige Personen und spezielle Personengruppen, die als Fahrscheinkonktrolleure in Frage kamen. In Bussen waren dies oft Männer mit Herrenhandtasche im Zweierverbund. Später in der U- und S-Bahn waren es häufig gemischte Frauen- und Männer-Teams. Neben der Furcht vor diesen Menschen (und ja, ein paarmal wurde der Don auch erwischt, kein schönes Erlebnis) entwickelte er eine gewisse Neugier dafür, was sich hinter diesen Menschen verbirgt. Warum wird jemand Fahrscheinkontrolleur? Weil er keinen anderen Job findet? Weil es ihm gefällt? Wie sind diese Menschen privat? Ja, wovon träumen sie? Und lösen sie privat immer ein Ticket? Das waren dann wohl genug Fragen, um diesen Song zu schreiben. Im Video von Stefan Emmerichs versucht sich der Don an ein paar ersten Tanzschritten, was nach der langen tanzfreien Zeit gar nicht so einfach war. Bis zum Erscheinen der Single wird weiter geübt, immerhin hat der Don die Corona-Zeit genutzt, um Hula-Hoop zu erlernen, das wäre eigentlich was fürs nächste Video.«


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