Element Of Crime: Nürnberg, Hirsch

„AKKORDE-, AKKORDE-, AKKORDEON“, RÖHRT SVEN Regener. So arg leidenschaftlich und spröde, daß auch die einstige Interpretin Alexandra und der Schöpfer dieses Songs, Serge Cainsbourg, einhellig selig lächeln und schwanken würden, könnten sie es nur hören. Doch wo ist das Akkordeon von Element Of Crime geblieben? 19 schwingende und zitternde Saiten, zwei Stöcke und die scharf über Nackenhaare hinweggeblasene Trompete machen die Musik. Element Of Crime möchten wieder holpriger rattern und rasseln, in aufgeladener Atmosphäre mal richtig donnern dürfen, wie besoffen in Feedbackwolken einhertaumeln eben wie bei „Akkordeon“. Schon drei, vier Schritte waren die Berliner nach „An einem Sonntag im April“ in die so vielzitierte wie gefürchtete kreative Sackgasse geraten, doch – Gefahr erkannt, Gefahr gebannt rechtzeitig mißachteten sie das dräuende Einbahnstraßenschild und marschierten schnurstracks wieder heraus. Nicht, daß die Berliner aufs leise Tapsen, die Violine in zwei, drei melancholischen Weisen, Knopflochtränen, ihren Job als mitternächtliche Spelunkenrosenverkäufer ganz verzichten wollten. Zu „Damals hinterm Mond“, „Weißes Papier“ oder „Ofen aus Glas“ haben sich auch hier im ausverkauften „Hirsch“ einst zu viele Menschen in die Kissen vergraben, als daß Element Of Crime nun darauf verzichten dürften. Und auch das charmante „Alten Resten eine Chance“ wird spätestens bei Zugabe Nummer 4 noch kommen. Nur ist es eben nicht das Veranstaltungsmotto, wie vorher vielleicht vielfach vermutet.

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