Fünf Filme, die nach dem Tod ihres Hauptdarstellers fertiggestellt wurden

Schon wenige Tage nach dem tragischen Unfalltod von Paul Walker scheint Hollywoods Trauerarbeit großteils abgeschlossen, die ersten Spekulationen über die geschäftlichen Auswirkungen von Paul Walkers Tod schiessen ins Kraut: Wer wird den Darsteller ersetzen? Wie wird seine Figur aus der Story geschrieben? Wird das bereits abgedrehte Material genutzt?

Hier fünf Beispiele wie vergangene Produktionen mit dem Tod ihres Hauptdarstellers fertig wurden.

„Somethings Gotta Give“ – Marilyn Monroe

Die Dreharbeiten zu der Komödie mit Dean Martin und Marilyn Monroe standen von Beginn an unter keinem guten Stern. Schon kurz vor Beginn der Dreharbeiten erkrankte Monroe, man entschloß sich dazu dennoch weiterzuarbeiten und die fehlenden Szenen mit der blonden Diva später nachzudrehen. Doch auch nach Monroes Genesung geriet die Produktion ins Stocken, die Hauptdarstellerin wurde gefeuert. Nach einem Machtwort von Martin wurde Monroe zwar wieder eingestellt, verstarb jedoch, bevor die Arbeit erneut aufgenommen werden konnte. Die Produktion des Films wurde direkt im Anschluss daran eingestellt, vorrangig aber aus finanziellen Gründen: Der Film war schlicht zu teuer geworden.

„The Imaginerium Of Doctor Parnassus“ – Heath Ledger

Gerade einmal ein Drittel des Films von Regisseur Terry Gilliam war abgedreht, als Hauptdarsteller Heath Ledger an einer Medikamentenüberdosis verstarb. Die Arbeit am Film wurde vorerst eingestellt, man ging davon aus, dass der Film nie zu Ende gedreht werden würde. Kurze Zeit später wandte sich Gilliam jedoch an Ledgers enge Freunde Jude Law, Johnny Depp und Colin Farrell, ob sie ihm bei der Fertigstellung helfen würden. Mit neuem Drehbuch, in dem Ledgers Figur in unterschiedlichen Inkarnationen auftrat, drehte man den Film zu Ende. Depp, Law und Farrell spendeten ihre Gagen an Ledgers Tochter, während der Film selbst weltweit 60 Millionen US-Dollar einspielte.

„Brainstorm“ – Natalie Wood

Ein Großteil des Science-Fiction-Thrillers „Brainstorm“ war im November 1981 bereits abgedreht, als die große Hollywoodikone Natalie Wood – unter bis heute nicht gänzlich aufgeklärten Umständen – von der Yacht ihres Ehegatten Robert Wagner fiel und ertrank. Das MGM-Studio wollte den Film in der Schublade verschwinden lassen, wurde jedoch von der Versicherung Lloyd’s Of London unter Zugzwang gesetzt: Um die Leistungen auszugleichen, die man an MGM im Zuge einer Ausfallversicherung hätte zahlen müssen, bot man das fertige Material anderen Studios an, wie in den Verträgen zwischen Lloyd’s und MGM vorgesehen. Nachdem die Konkurrenz ihr Interesse anmeldete, entschied man sich bei MGM den Film doch fertig zustellen. Die fehlenden Szenen wurden mit einem Double nachgedreht.

„The Crow“ – Brandon Lee

Brandon Lee, Sohn von Kung Fu-Legende Bruce Lee, startete gerade in Hollywood durch, als eine Nachlässigkeit mit den Waffenrequisiten zu einem tragischen Unfall führte, der Lee tödlich verletzte. Die folgende Diskussion ob der Film zu Ende gebracht werden sollte – vor allem in Hinblick auf die hochstilisierten, vermeintlichen Parallellen zwischen Filmhandlung und Todesfall – führten dazu, dass sich Paramount teilweise aus dem Projekt zurückzog. Mit umgeschriebenen Szenen, einem Double und der damals revolutionären Tricktechnik wurde der Film fertiggestellt. Morbiderweise war es die Nähe zwischen Lees tragischem Unfalltod und der düsteren Todesthematik des Films, die erheblich dazu beitrug, dass „The Crow“ Publikumsinteresse weckte und schließlich zum Überraschungshit wurde, der knapp 150 Millionen US-Dollar einspielte.

„Iron Cross“ – Roy Scheider

Schauspieler Roy Scheider schien Ende 2007 den Kampf gegen den Krebs zu gewinnen und stand für den britischen Thriller „Iron Cross“ in der Hauptrolle des Holocaust-Überlebenden Joseph vor der Kamera, der Rache an jenem SS-Offizier nimmt, der einst seine Familie umbrachte. Als sich Scheiders Zustand während den Dreharbeiten verschlechterte, wurde er ins Krankenhaus eingeliefert, wo er kurze Zeit später verstarb. Regisseur Joshua Newton brachte den Film mit Hilfe von CGI-Effekten zu Ende, was die Fertigstellung bis ins Jahr 2011 verzögerte. Der fertige Film wurde jedoch kein Erfolg, erlangte dank einem etwas bizarren Rechtstreit zwischen Newton und dem Variety Magazin Bekanntheit.


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