„Game of Thrones“: So schmuggelt George R.R. Martin The Muppets in die Geschichten

Die HBO-Serie „Game of Thrones“ hat uns im Laufe der Jahre viele Dinge beschert: Drachen, Weiße Wanderer und die grauenhafteste Hochzeit, die man sich vorstellen kann, vor allem aber auch: Easter Eggs in Hülle und Fülle. Jetzt rumpeln und pumpeln sogar die ehrwürdigen Muppets in George R. R. Martins Universum mit.

Auch wenn es in der Serie und ihrer Buchvorlage für die Charaktere wenig zu lachen gibt, so durften sich die Zuschauer in der Vergangenheit doch an der einen oder anderen popkulturellen Referenz erfreuen. Hier eine kleine Kostprobe: Während bei der „Red Wedding“-Hochzeit des Grauens alles in einem Meer aus klebrigem Rot versank, saß niemand Geringeres als Coldplays Drummer Will Champion an der Pauke. Die isländische Band Sigur Rós spielte während der Hochzeit von Joffrey und Margaery, Ed Sheeran sang (was sonst)Snow Patrols Frontmann Gary Lightbody ritt zwischendurch mal kurz als Soldat durchs Bild und im Laufe der Serie bekamen die Schwerter, die den alles entscheidenden Thron bilden, Besuch von anderen, ebenfalls berühmten Schwertern. „Glamdring“, das Schwert, das eigentlich Gandalf („Herr der Ringe“) gehört, ist jetzt Teil der Lehne, das Schwert des Räuberkönigs Robin Hood und die Klinge von Orlando Bloom aus dem Film „Königreich der Himmel“ haben ebenfalls ihren Weg in den Eisernen Thron gefunden. Kuschelig!

Eine Hommage an „Monty Python“ hat sich in Staffel 4 eingeschummelt: Als Daenerys die Stadt Meereen erobern will, wird ein gegnerischer Soldat vor die Tore geschickt, der nur Valyrianisch spricht. Wie der Linguist der Serie (bester Job ever…) bestätigt, besteht die korrekte Übersetzung des Textes aus einzelnen Passagen von „Die Ritter der Kokosnuss“. So bezeichnet der schimpfende Soldat Daenerys und ihre Gefolgschaft als „englische Schweinehunde … deren Mütter Hamster sind und deren Väter nach Holunderblüten riechen!“

Die Grundlage für die Serie bietet die Buchreihe „Das Lied von Eis und Feuer“. Fans wissen, dass die Serie die Buchreihe inzwischen überholt hat und dass das mit den Zeitlinien sehr, sehr kompliziert werden wird.

Am 20. November 2018 veröffentlichte Martin mit  „Feuer und Blut – Erstes Buch: Aufstieg und Fall des Hauses Targaryen von Westeros“ eine Vorgeschichte der Buch-/Filmreihe. Dieser neue Roman spielt Hunderte von Jahren vor der Ereignissen in GOT, hat aber die gleichen Familien als Protagonisten. Theoretisch. Praktisch treibt in dem Buch ein nobler Lord mit dem klangvollen Namen „Kermit Tully, Lord of Riverrun“ sein Unwesen. Wer jetzt „grün, Frosch, Sesamstrasse“ denkt, liegt irgendwie richtig, die Namensvetternschaft zu Kermit dem Frosch ist sicher kein Zufall. In dem Buch erwähnt wird außerdem Kermits Bruder Oscar, der zwar nicht in einer Mülltonne wohnt, dafür aber als „greener, and cursed with the sort of prickly pride so common in second sons“ beschrieben wird. Es geht aber noch weiter: In dem 2014 erschienenen Buch „Die Welt von Eis und Feuer“ werden Lord Kermits Vater und Urgroßvater erwähnt, Elmo und Grover Tully. Fehlen eigentlich nur noch Ernie und Bert, aber vielleicht im nächsten Buch dann, als schwule Großcousins 4.Grades zum Beispiel. Immerhin sind die beiden ja inzwischen offiziell geoutet worden und dann wieder doch nicht.

Tatsächlich handelt es sich hier aber nicht um eine neue oder gar einseitige Zuneigung, denn bereits 2015 erschien umgekehrt in der Sesamstraße eine „Game of Thrones“-Parodie mit dem Namen „Game of Chairs“.

2019 wird die finale Staffel „Game of Thrones“ ausgestrahlt werden. In Anbetracht dessen, dass die Arbeiten für inzwischen fünf Spin-Offs in vollem Gange sind, gilt: „There is only one god, and His name is Death. And there is only one thing we say to Death: not today.“


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