„Conscious Uncoupling“ kostete Gwyneth Paltrow Hollywood-Job
Längst ist der Begriff „Conscious Uncoupling“ fast so berühmt wie das einstige Traum-Paar. Nun stellt Gwyneth Paltrow aber auch klar, welches Opfer sie dafür bringen musste.
Die nach eigenen Angaben mit allen Sinnen erlebte Trennung von Gwyneth Paltrow und Chris Martin hatte für die Schauspielerin berufliche Folgen, die bislang unbekannt waren.
2014 gaben die Oscar-Preisträgerin und der Coldplay-Sänger bekannt, sich scheiden lassen zu wollen. In dem Zusammenhang sprachen beide damals von einem „Conscious Uncoupling“ (bewusste Trennung).
Es überrascht, dass der Begriff und das angeblich für alle Seiten angenehme Verfahren erst danach in den öffentlichen Sprachgebrauch übergegangen ist.
Gwyneth Paltrow zeigt Verständnis für wütende Fans
Wie Paltrow nun Amy Poehler in ihrem Podcas „Good Hang“ erzählte, musste sie anschließend auf den Auftritt in einem Film verzichten, weil die Produzenten um ihr Image fürchteten. „Es gab eine Menge harter Kommentare in der Presse, und ich glaube, der Verleiher dachte sich: ‚Das könnte zu heikel sein.‘“
Sarkastisch ergänzte die 53-Jährige: “Das war schon toll, denn ich ließ mich gerade scheiden und wurde dann auch noch gefeuert.“ Nicht das erste Mal in ihrem Leben, wie Paltrow lachend erklärte, denn als 12-Jährige sei sie als Aushilfe in einem Spielwarengeschäft rausgeworfen worden.
Die inzwischen erfolgreiche Unternehmerin (Goop) deutete aber auch an, dass es ihr und Martin damals wichtig war, einen guten Weg durch eine schreckliche Zeit in ihrem Leben zu finden. Dafür setzten sie auf ein Konzept, das erfolgreiche In etwas ernsterem Ton Die Gründerin von Goop erklärte, dass die Soziologin Diane Vaughan in den 1970er-Jahren eingeführt hatte.
Paltrow über die harschen öffentlichen Reaktionen auf ihre bewusste Trennung: „Angenommen, du hast eine wirklich schlimme Scheidung oder deine Eltern hatten eine wirklich harte Trennung, und dann hörst du diese Vorstellung, dass es nicht so sein muss. Ich denke, viele dachten sich dann: ‚Oh verdammt, sie sagen, ich habe etwas falsch gemacht‘, was natürlich nicht die Absicht war. Verstehen kann ich es aber, dass es die Menschen so persönlich genommen haben.“
Martin und Paltrow hatten sich 2002 kennengelernt und heirateten nur ein danach. Gemeinsam haben sie die Kinder Apple (inzwischen 21 Jahre alt) und Moses (19). Während die Schauspielerin gerade mit ihrer Rolle in „Marty Supreme“ begeistert, machen Coldplay eine kurze Pause vom Tour-Alltag. Zuletzt machte ihr Kiss-Cam-Einsatz bei Konzerten immer noch Schlagzeilen. Ihr Einsatz bei zukünftigen Konzerten soll nicht in Frage stehen.
Was ist mit „Conscious Uncoupling“ gemeint?
Auch wenn Gwyneth Paltrow und Chris Martin mit der Verwendung des Begriffs „Conscious Uncoupling“ den Anschein machen, es handele sich um eine spirituelle Selbstoptimierungsformel, ist es eher ein nüchtern-soziologisches Modell, um zu beschreiben, wie intime Beziehungen enden, lange bevor sie juristisch oder öffentlich als beendet gelten.
Diane Vaughan entwickelte das Konzept in ihrem Buch „Uncoupling: Turning Points in Intimate Relationships“. Anders als von der Schauspielerin behauptet, erschien es erst 1986. Darin untersuchte sie vor allem Scheidungsprozesse, aber auch das Ende nicht-ehelicher Beziehungen. Zuvor gab es keine systematische Ausarbeitung des Begriffs.
„Conscious Uncoupling“ wird nicht als einzelner Moment, sondern als ein längerer sozialer Prozess beschrieben, in dem zwei Menschen sich schrittweise, reflektiert und vor allem auch innerlich voneinander lösen. Der Idee zugrunde liegt die Vorstellung, dass Trennungen nicht plötzlich geschehen, oft asymmetrisch verlaufen und bereits früh angelegt sind. Es geht im Wesentlichen nicht um eine achtsame oder harmonische Trennung, sondern um einen reflexiven Prozess. Die unromantische Pointe dieser Idee: Beziehungen enden nicht an einem Ereignis, sondern an einer stillen Re-Interpretation der Vergangenheit.
Wahr ist aber auch, dass der Begriff, entkopppelt von seiner ursprünglichen Bedeutung bei Diane Vaughan, inzwischen von zahlreichen Paartherapeuten und Beziehungsesoterikern weiterentwickelt wurde. Ziel ist dabei ganz klar eine Trennung, die Paaren den großen Krach erspart.





