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Iceland Airwaves: Wie ein Festival Gender-Equality erreicht

Sie machten in den vergangenen Jahren im Vorfeld der Festival-Saison recht häufig die Runde: Bilder von Line-ups, bei denen alle rein männlichen Acts aus der Liste entfernt wurden. Gerade bei Rockfestivals war das Ergebnis oft ein Trauerspiel – man sah gähnend leere Flächen, auf denen irgendwo noch ein einsames „Dua Lipa“, ein „Sigrid“, ein „Wolf Alice“ oder ein „Alvvays“ stand.

Die US-Stiftung PRS Foundation möchte das ändern – und hat das „Keychange“-Projekt ins Leben gerufen, das die Position von weiblichen Künstlern auf dem Festivalmarkt verbessern soll. Zu diesem Zweck traf die Stiftung mit mehr als 100 Festivals weltweit eine Vereinbarung: Sie verpflichten sich dazu, dass bei ihren Line-ups bis 2022 mehr als 50 Prozent der auftretenden Künstler weiblich sind. Mit dabei: durchaus große Festival-Namen wie das Bestival in Großbritannien, das Eurosonic Noorderslag, das Reeperbahn Festival – und das Iceland Airwaves.

„Keiner der Acts, den wir gebucht haben, wurde wegen seines Geschlechts gebucht. Ich denke auch, dass das der falsche Ansatz wäre.“

Dem Team des Festivals in Reykjavík gelang indes das, was da als große Vision formuliert wurde, schon im Jahr der Unterzeichnung: Wenn vom 7. bis zum 10. November die Hallen und Theater, die Clubs und Kneipen der isländischen Hauptstadt bespielt werden, wird die Hälfte aller auftretenden Künstler weiblich sein.

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Was nach einem Kraftakt klingt, nach einem schwierigen Booking und auch ein bisschen nach einem Ausstellen der eigenen Ambitionen, ist dabei – nun, nicht dem Zufall geschuldet, das würde ja bedeuten, dass sich niemand Mühe gegeben hat. Und Mühe hat man sich gegeben. Wohl zeigt es aber, dass man sich nicht verbiegen muss um ein Gleichgewicht im Line-up hinzubekommen. „Uns ist es zunächst gar nicht aufgefallen, dass mehr als die Hälfte der Künstler, die auftreten, weiblich war. Ein Journalist hat mich darauf aufmerksam gemacht, als wir die ersten Namen verkündeten,“ sagt Sindri Ástmarsson, der bei dem Festival das Booking mitverantwortet. Eines ist ihm wichtig: „Keiner der Acts, den wir gebucht haben, wurde wegen seines Geschlechts gebucht. Ich denke auch, dass das der falsche Ansatz wäre.“

Iceland Airwaves


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