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Schön und gut, dass es die GEMA gibt. Sorgt sie doch als Inkassounternehmen dafür, dass Komponisten und Texter für ihre Mühen entlohnt werden. Nicht so schön und gar nicht gut ist allerdings, wenn sie – wie 2009 geschehen – immer neue Forderungen aus dem Hut zaubert. Was YouTube zu spüren bekam. Und die Gilde der Konzertveranstalter.

Der Reihe nach: Zum 31. März lief der Vertrag zwischen GEMA und YouTube aus, was Erstere dazu nutzte, künftig einen Cent pro Clip zu verlangen. Zum Vergleich: Mit der britischen Verwertungsgesellschaft PRS hatte sich YouTube auf 0,24 Cent geeignet – warum deutsche Verwertungsrechte fünfmal so teuer sein sollen, erschließt sich nicht unbedingt. Jedenfalls verschwanden allerlei „Premium-Clips“ vorübergehend bis dauerhaft aus dem Programm und der geneigte Konsument erfuhr lediglich, dass der gewünschte Inhalt „in ihrem Land nicht verfügbar ist“. Na prima. Die Verhandlungen dauern an.

Bereits im Januar hatte die GEMA eine weitere Möglichkeit entdeckt, ihre Einnahmen zu steigern: Bislang zahlen Konzertveranstalter 1,87 Prozent der ihrigen an die GEMA, bei mehr als 15.000 Zuschauern 4,48 Prozent. Da es der Konzertbranche gut gehe, so das Argument der Verwertungsmonopolisten, solle die Abgabe bis 2014 mal eben auf zehn Prozent steigen. Was gerade kleinere Veranstalter in Bedrängnis bringen und letztendlich für höhere Ticketpreise sorgen dürfte. Absurd: Musiker spielen live meistens ohnehin ihre eigenen Songs und werden vom Veranstalter genau dafür bezahlt. Dass sie über den Umweg GEMA überhaupt ein zweites Mal zur Kasse gebeten werden, mutet schon jetzt kurios an.

Alternative: Die Veranstalter zahlen künftig entsprechend geringere Künstlergagen. Dann blechen quasi die Musiker dafür, dass sie ihre eigenen Songs aufführen dürfen. Ein Kompromiss scheint jedoch gefunden: Die Konzertveranstalter haben freiwillig 6,0 Prozent angeboten, die Schiedsstelle des Deutschen Marken- und Patentamts hat 7,2 Prozent genehmigt. Weshalb sich jetzt irgendwie alle als Sieger fühlen dürfen.

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